The Strokes beim Coachella: Politisches Statement gegen US-Politik
Die Band kritisierte US-Interventionen und den Krieg in Gaza. Was Julian Casablancas sagte.
War das das letzte Coachella für The Strokes? Die Band nutzte ihren Slot am zweiten Wochenende, um eine politische Nachricht an ihre Fans zu senden.
Zu ihrem letzten Song „Oblivion“ spielten sie eine Diashow ein, in der sie die politischen Auslandsinterventionen der USA im letzten Jahrhundert in Frage stellten. Besonders der Krieg in Palästina und im Iran wurde von der Band scharf kritisiert.
Eine Bildmontage als politisches Statement
The Strokes zeigten unter anderem den Premierminister des Kongo Patrice Lumumba, der laut Spekulationen durch einen Akt der amerikanischen CIA umgebracht wurde. Außerdem den guatemaltekischen Präsidenten Jacobo Árbenz, der 1954 durch die CIA gestürzt wurde, sowie den politischen Anführer Boliviens Juan José Torres, der ebenfalls durch amerikanische Kräfte zu Fall gebracht und getötet wurde. Auch Persönlichkeiten wie Martin Luther King Jr., der nach Jahren der Überwachung durch FBI und CIA ermordet wurde, sowie weitere Militärs aus südamerikanischen Ländern, die aufgrund des Einflusses der USA getötet sein sollen, fanden sich in der Montage.
Gegen Ende der Videoshow zeigte die Band mehr als 30 Universitäten im Iran, die von US-israelischen Luftstreitkräften zerbombt wurden. Zudem die Universität in Gaza, die 2024 von israelischen Kräften zerstört wurde. Damit setzt die Band ein politisches Statement gegen die aktuelle Regierung der USA und Israels und positioniert sich auf palästinensischer Seite.
Casablancas mit klarer Haltung
Leadsänger Julian Casablancas hatte bereits 2021 den offenen Brief „Musicians for Palestine“ unterzeichnet. Auch am Festivalwochenende machte er Anspielungen auf seine Haltung. Bei seinem Live-Auftritt wies er aktiv darauf hin, dass pro-iranische Gruppen Videos über die Donald-Trump-Regierung posten, die diese ins Lächerliche ziehen. Die Videos seien in den USA jedoch gesperrt worden. „Mehr Fakten als in deinen lokalen Nachrichten. Aber sie wurden gelöscht“, sagte Casablancas und gab „dem verdammten YouTube oder der Regierung oder wem auch immer“ die Schuld, bevor er hinzufügte: „Land der Freiheit, oder?“
Erst am zweiten Wochenende
Die politische Message traute sich die Band allerdings erst am zweiten Wochenende zu. Möglicherweise aus Angst, sonst am ersten Wochenende gesperrt zu werden. Fans schrieben auf X: „Das war der Moment, in dem The Strokes dafür gesorgt haben, dass sie nie wieder einen Fuß auf das Coachella-Festival setzen werden! Ich bin so stolz auf sie.“
Geblacklisted vom Festival sind sie jedoch nicht: Die gesamte Performance inklusive der Videomontage wurde eins zu eins so im Livestream übertragen.
Kein Einzelfall auf dem Festival
Die Band ist auch nicht die erste, die auf dem Festival ein politisches Statement setzte. Zuvor hatte sich bereits Sängerin Gigi Perez mit den Worten „Free Palestine“ positioniert. Die irische HipHop-Crew Kneecap rief bei ihrem Auftritt sogar: „Israel begeht Völkermord am palästinensischen Volk“ und „Dies wird durch die US-Regierung ermöglicht, die Israel trotz seiner Kriegsverbrechen bewaffnet und finanziert.“
Das Festival war damit trotz der Veranstalter, die als Trump-Anhänger gelten, ein Ort, an dem sich Künstler:innen auch politisch aussprechen konnten.







