The Verve Pipe lassen 15 Jahre Alternative Rock aufleben


Hoppla“, denkt man nach Hören von ‚Barely (If At All)‘, dem ersten Stück auf ‚Villains‘, „das ist eine neuer Song von Pearl Jam„. Bei ‚Reverend Girl‘ ist man sicher, daß sich die Replacements reformiert haben. Und nach ‚Ominous Man‘ glaubt man, die wiederauferstandenen Hüsker Du zu hören. Falsch: ‚Villains‘ ist das dritte Meisterwerk einer bislang kaum bekannten aus dem US-Staat Michigan: The Verve Pipe, keine betulichen Leisetreter, sondern die faszinierende Schnittmenge aus all den Bands der letzten 15 Jahre, die man unter dem nichtssagenden Label „Alternative“ eingeordnet hatte. Wer nun an dumpfes Plagiat denkt, liegt falsch. Denn der Fünfer um Sänger, Gitarrist und Haupttexter Brian Vander Ark schafft sich seine eigene Nische im Clan der so misanthropen wie erfolgreichen Grübler im Rock-Biz. Was an den manchmal vertrackten Melodieführungen des Quintetts liegt und an Vander Arks heiserem Organ, das zwischen Flüstern und beißender Schärfe sämtliche Nuancen des introvertierten Songwriters beinhaltet.