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Verkannte Kunst

Verkannte Kunst (8): Kelly Osbournes Musik erzeugte leider keinen Nachhall – wie schade!

Seit Mai hatte unser Enfant terrible Linus Volkmann hervorragende Unterstützung an seiner Seite – und seine Hater eine Verschnaufpause: Die Popkolumne, die er seit Anfang 2019 wöchentlich für uns schreibt, schrieb Linus fortan nur noch zweimal pro Monat, im Wechsel übernahm ME-Autorin Julia Lorenz. Die hat Anfang Februar 2020 ihr Zepter leider niederlegen müssen. Zum Glück bleiben uns ihre Texte aber erhalten.

Während Linus sich regelmäßig über sogenannte „Verhasste Klassiker“ hermachte, entgegnete Julia ihm mit ihrer Rubrik „Verkannte Kunst“. Linus Volkmanns Kolumne vom 19. August 2019 schäumte dir Paradiescreme auf, feierte Reizdarm-Romanzen und kotzt vorauseilend schon mal aufs Wahlergebnis in Sachsen. Doch anstatt sich am Ende bei der Rubrik „Verhasste Klassiker“ über Publikumslieblinge aufzuregen, tauschten die beiden Kolumnist*innen einfach mal frech die Rubriken.

Verkannte Kunst (8): Kelly Osbourne

An dieser Stelle findet sich gemeinhin die verhaltensauffällige Hate-Kolumne „Verhasster Klassiker“. Doch wie sang uns schon einst Dirk von Lowtzow? „Man findet ja nicht immer etwas, was einem gerad‘ nicht passt“. Wie recht der Gandalf der Hamburger Schule damit hat.

Außerdem will doch auch ich mal lieben dürfen! Daher leihe ich mir heute die Rubrik meiner Kolumnen-Kollegin Julia Lorenz, die nämlich feiert am Schluss regelmäßig Acts, die sonst bloß als Trash gelten. Ein wahrlich perfekter Ort, um darauf hinzuweisen, dass Kelly Osbourne im Rahmen ihres TV-Ruhms rund um die MTV Reality-Show „The Osbournes“ sehr gute Musik gemacht hat.

Ja, ich meine damit auch die Pop-Punk-Singles „Papa Don’t Preach“ und vor allem „Shut Up“, aber 2005 erschien das Album „Sleeping In The Nothing“ – es erzeugte wegen des bereits abebbenden TV-Ruhms leider überhaupt keinen Nachhall. Wie schade das ist! Als Produzentin und Songwriterin fungierte Linda Perry, die hinter den Kulissen für so manchen Chart-Hit Sorge trug und den Älteren noch als Sängerin der 4 Non Blondes sogar bildlich vor Augen sein dürfte. „Sleeping In The Nothing“ ist dunkler Synth-Pop, wahnsinnig eingängig, wahnsinnig stimmungsvoll. Den Grad, wie dieses Meisterwerk unterschätzt wird, obszön zu nennen, kratzt nur an der Oberfläche. Kelly, I feel you!



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