Yin Kalle äußert sich zu Missbrauchsvorwürfen und will sich professionell helfen lassen

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Knapp zwei Monate war es ziemlich still um den Rapper Yin Kalle, der durch Songs wie „Lila Racks“ berühmt wurde. Der Grund: Anfang August wurden schwere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den Berliner laut, die vor allem auf Twitter die Runde machten. Nun meldete der Musiker sich selbst zu Wort und gab an sich helfen lassen zu wollen.

Yin Kalle reagiert nach zwei Monaten auf die Missbrauchsvorwürfe

Yin Kalles Reaktion auf die Anschuldigungen gegen ihn erfolgte in Form eines Textes auf Instagram. Darin gibt er an, dass er die kontroverse Debatte um seine Person registriert habe, die auch vor dem Hintergrund der #deutschrapmetoo-Bewegung Fahrt aufnahm. Er gibt sich hier einsichtig und meint, dass er „hier als Mensch und als Künstler viel lernen kann“. Im Detail wollte der Rapper sich aber nicht zu den Vorwürfen äußern, um alle Beteiligten zu „schützen“. Auch sei das Internet für ihn nicht der angemessene Ort, um die Sachlage „angemessen aufzuarbeiten“. Stattdessen habe er hierfür Kontakt zu einer Psychologin und zu der Berliner Agentur misc aufgenommen. Letztere beschreibt sich als „Agentur für kulturellen Wandel“ und setzt sich für Vielfalt, Empowerment und Bildung in der Kultur ein. Inhaltlich befasst sich sich unter anderem mit dem Themenfeld „Sexismus & Male Privilege“.

Das ganze Statement von Yin Kalle könnt Ihr hier lesen:

 

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Die Vorwürfe gegen Yin Kalle wiegen schwer

Anfang August hatte sich eine junge Frau via Twitter zu Wort gemeldet und von einer folgenschweren und traumatisierenden Begegnung mit dem Rapper berichtet. Mehrfach hatte die junge Frau dem Musiker, der sie zu sexuellen Handlungen genötigt haben soll, ein klares „Nein“ entgegnet. Allerdings habe sie sich unter dem Einfluss von Drogen nicht gegen den Rapper wehren können. Letzterer soll im Anschluss sogar Bilder von den Handlungen auf Social Media verbreitet haben. Chatverläufe zwischen der Frau und Yin Kalle sowie Voice-Nachrichten des Rappers, in denen er seine Schuld einräumt, unterstützen die Geschichte. Allerdings meldete er sich nicht mehr bei seinem Opfer.

Im Rahmen der #deutschrapmetoo-Debatte scheint sich die Deutschrap-Szene zum Teil in gegensätzliche Lager aufzuspalten. Erst vor Kurzem entfachte ein heftiger Streit zwischen den Rappern LGoony und MC Bogy. LGoony kritisierte dabei die Haltung einiger männlicher Kollegen gegenüber der Bewegung sowie deren frauenfeindliches und homophobes Auftreten. MC Bogy hatte #deutschrapmetoo zuvor als „dreckige Agenda“ bezeichnet, die sich gegen Deutschrap verschworen habe. Es folgte ein ungleicher Streit samt Gewaltandrohungen.


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