Highlight: 15 bemerkenswerte Alben, die 2019 ihr Zehnjähriges feiern

Liste

2000-2015: Die 50 besten Alben des neuen Jahrtausends

3. RADIOHEAD – KID A (2000)

Der Vorgänger OK COMPUTER gilt nicht wenigen deiner alten Klassenkameraden vom Popchecker-Gymnasium als das beste Album der 90er-Jahre. Es hatte damals, 1997, aber auch schon das Zeug dazu gehabt, die Kundschaft, die die Band aus Oxford bis dahin irgendwo zwischen den Manic Street Preachers und den Smashing Pumpkins eingeordnet hatte, zu erschrecken. Ein Monster mit Monsterabgründen und monströsen Proganwandlungen, aber immerhin mit großartigen Gitarren.

3 Radiohead - Kid A
3 Radiohead – Kid A

Erst KID A sollte das Werk sein, mit dem sich Radiohead bis auf Weiteres von dem verabschieden, was man unter dem Begriff „Rockband“ versteht. Im Tausch dafür setzte es Wunderliches: Thom Yorke war auf neue Anregungen im Katalog des Warp-Labels gestoßen, bei Autechre, Aphex Twin und so weiter. Nun bauten er und die Kollegen eigene Stolperbeats und auf Synthesizer-Akkorden ihr Fundament, jagten bald jeden Ton durch Effektgeräte – es ging ihnen um bewusste Entfremdung von sich als Band. Die handgeklopften, krautigen Schlagzeugspuren hingegen schienen schon 25 Jahre zuvor von Conny Plank aufgenommen worden zu sein. Auch Jazz spielte als Einfluss eine Rolle, doch wo er hereinlugte, war die nächste Disharmonie nie weit. Schließlich legte Jonny Greenwood für dieses Schauspiel mit Streichern, Harfen und dem schauerlichen Wimmern der Ondes Martenot Soundtrack-artige Klangkulissen an (er würde sich bald einen eigenen Namen damit machen), sodass diese Platte an markanten Stellen auch noch ins Opulente wächst.

Die größte Leistung von KID A besteht ja vielleicht sogar darin, dass Radiohead hier gleich mehrfach übers Ziel hinaus schossen – und ihnen trotzdem ein rundes Album gelungen ist. Was zudem oft übersehen wird: Gerade der Einfluss von KID A (und seines acht Monate jüngeren Zwillings AMNESIAC) auf die kommende Generation derer, die sich aus dem Rock Richtung Kunst strecken wollten, kann gar nicht groß genug eingeschätzt werden. Bands wie Alt-J oder Foals haben hiervon gelernt, dass vorgestanzte Strophe-Bridge-Refrain-Bausätze, 4/4-Takte und der ewige Blues im Schuh nicht Anfang und Ende jedes Liedes sein müssen. Ganz und gar nicht. (Oliver Götz)

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Auf der nächsten Seite stellen wir Platz 2 vor:


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