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5 Newcomer, die Ihr jetzt hören solltet

The Orielles

Flackernde Glühlampen in dunklen Industrieanlagen, entstellte Gesichter im Zwielicht: Okay, das also sind die Bilder, die Sidonie Hand-Halford begeistern. Mit rauer Hustenstimme erzählt Sid am Telefon von ihrer Liebe zu David Lynchs Horrortrip „Eraser- head“. Kein überraschendes Bekenntnis für eine Studentin der Medien- und Filmwissenschaft – wohl aber für die Schlagzeugerin des Trios The Orielles aus Halifax.

Denn Sid, ihre jüngere Schwester Esmé Dee und der gemeinsame Freund Henry Carlyle Wade haben nicht nur Namen, die zum Rockstarsein prädestinieren, sondern auch einen lebensbejahenden, quecksilbrigen Sound: The Orielles lauschen dem UK-Indie der späten Nullerjahre die Schrammelei, den Surf-Twang und die Girlgroup-Harmonien ab, unterwandern den Retrorock der reinen Lehre jedoch mit Disco-, Dub- und Funkadelic-Einflüssen, die aus der Garage geradewegs in den Orbit führen. Ihr Debütalbum SILVER DOLLAR MOMENT klingt, als habe die Popgeschichte dem Trio einen Obstkorb vor die Tür gestellt
– und zur Früchteschlacht geladen.

Mehr zu The Orielles findet Ihr in der Musikexpress-Ausgabe 03/18.

Klingt wie: Best Coast, Vivian Girls, Pixies, Childhood

Anna Burch

Wäre Anna Burchs Solokarriere ohne eine Trennung möglich gewesen? Womöglich nicht. Zwölf Jahre war Burch mit kurzer Unterbrechung Mitglied der Folkband Frontier Ruckus, dann war Schluss. „Ich bin da reingerutscht und gleich viel getourt“, erzählt sie. Damals ging sie aufs College und war 18 Jahre alt. „Ich war unreif, aber plötzlich ständig unterwegs. Ich mochte das Touren nicht!“ Als Sängerin, später Bassistin einer mittelbekannten Gruppe spielte sie einige gute und viele mäßige Konzerte. Sie schlief auf vielen verschiedenen, immer unbequemen Fußböden. Dann verließ Anna die Band einige Zeit, weil es so nicht weitergehen konnte: die Fußböden, die mäßigen Shows, die verpasste Selbstfindung, die mittelerfolgreiche Bandkarriere, die irgendwie was für Kaputte war. Sie studierte Film. Und machte weiter Musik. Die war schon seit ihrer frühen Kindheit in Michigan wichtig gewesen: „Meine Mutter leitete eine kirchliche Musikgruppe für Kinder. Wenn sie zu Hause Klavier spielte, setzte ich mich zu ihr und sang.“



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