Finch zur Wehrpflicht: „Verlasst dieses Land“
Rapper Finch kritisiert das neue Wehrdienstgesetz und ruft junge Menschen zur Auswanderung auf. Was der Deutschrapstar zu Auslandsreisen und Musterungspflicht sagt.
Dass Rapper Finch kein Fan der Wehrpflicht ist, machte er schon öfter deutlich klar – nun meldete er sich erneut zu Wort.
Neues Wehrdienstgesetz rückt in den Fokus
Schon im Dezember stimmte der Bundestag über ein neues Wehrdienstgesetz ab. Der Gesetzentwurf zur Modernisierung des Wehrdienstes sieht vor, dass alle Männer, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, einer pflichtmäßigen Musterung unterzogen werden.
Nun rückte eine weitere Klausel des neuen Gesetzes in den Fokus: Männer zwischen 17 und 45 Jahren müssen sich von der Bundeswehr genehmigen lassen, wenn sie längere Auslandsaufenthalte planen. Nicht nur Politiker:innen meldeten sich in den letzten Tagen dazu zu Wort.
Finchs Appell auf Instagram
Auch der Deutschrapstar Finch, der den Beinamen „Asozial“ inzwischen abgelegt hat, postete eine Instagram Story und appellierte an seine Fans: „Wenn ihr ein junger Mensch seid und die Möglichkeit habt, dieses Land zu verlassen: Macht es, tut es.“ Er betonte, wie absurd die neue Gesetzgebung sei: „Als 40-jähriger Mann muss ich mich natürlich abmelden, wenn ich drei Monate ins Ausland will. Als wäre es mein verschissener Vater. Es macht einfach nur schlechte Laune.“ Zudem betonte er, dass es sich als Selbstständiger nicht lohne, in Deutschland zu wohnen.
Der Rapper verbrachte die letzten Monate in Thailand, wo er sich derzeit eine Auszeit vor seinen anstehenden Konzerten gönnt.
Keine neue Haltung
Es ist nicht das erste Mal, dass er sich gegen die Wehrpflicht und gegen die deutsche Politik äußert. Bereits zuvor machte er seine Abneigung gegen den pflichtmäßigen Kriegsdienst öffentlich. Dazu sagte er auf TikTok: „Das einzige was ich verteidigen muss ist meine Familie und das mach ich nicht in irgendeinem dreckigen Graben in der Ukraine, wo ich für Bonzenmilliardäre kämpfe denen es nur um Profite geht … freiwillig melden ist gar kein Problem, ich hab auch kein Problem mit der Bundeswehr an sich, ich hab bloß n Problem mit einer Wehrpflicht, wo Leuten vorgeschrieben wird ihr müsst jetzt zu uns kommen.“
Außerdem kritisierte er: „Wir kämpfen hier nur für n Kaputtes System, ein Kaputtes Rentensystem, für kaputte Schulen dafür ist überall kein Geld da“, so betonte er.
Dies spiegelt sich auch in seiner Musik wider
Auch in seiner Musik spiegelt sich seine Abneigung gegenüber Kriegsführung und Wehrpflicht wider. In seinem Song „KEiN BOCK AUF KRiEG“ heißt es passend zur aktuellen Debatte: „Work and Travel, Auslandsjahr (Nah). Echte Männer haben einen Hauptmannsrang.“
Ausland ja, aber mit Rückkehr
Am liebsten würde der Rapper angeblich einfach im Ausland bleiben. Allerdings will er auch zu seiner Familie zurück. Zudem ist er in diesem Sommer bereits für einige Festivals gebucht: Im Juni spielt er bei Rock am Ring in der Eifel, bei Rock im Park in Nürnberg sowie auf dem Southside Festival und dem Hurricane Festival. Am 3. und 4. Juli folgen zwei Shows in Berlin an der Alten Försterei.







