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Von Ponys und Dollars

Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

Finch Asozial und Alligatoah lassen sich im Video zu „Keine bösen Wörter“ ans Kreuz nageln

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Eigentlich hatte der Rapper Finch Asozial angekündigt, sich eine musikalische Auszeit nehmen zu wollen. Dabei handelte es sich offenbar um eine Finte. Jetzt meldet er sich mit dem Song „Keine bösen Wörter“ zurück und hat dabei sogar Alligatoah im Schlepptau. Für das Musikvideo ließen sich die beiden sogar kreuzigen.

Statt Karrierepause gibt es ein neues Album

Laut Finchs letztem öffentlichen Statement hätten die nächsten Monate ganz im Zeichen seines neuen Fruchtlikörs „Fürstenbach“ gestanden. Da es in Anbetracht der aktuellen Lage schwierig sei, sich nur auf die Musik zu konzentrieren, gab er an, sich nun mehr auf den Spirituosenvertrieb konzentrieren zu wollen und musikalisch „inaktiv“ zu sein. Jetzt meldete sich der Rapper nicht nur mit einem neuen Musikvideo zurück, sondern kündigte gleichzeitig noch ein neues Album mit dem Namen RUMMELBUMS an. In dem aktuellen Song „Keine bösen Wörter“ werden Finch und sein Feature-Gast Alligatoah sprachlich sehr explizit.

Manchmal wird man vom Pech verfolgt und möchte einfach nur noch fluchen. Das wissen wohl auch Finch und Alligatoah, denn in ihrem gemeinsamen Song rappen sie von Schicksalsschlägen, die man eigentlich niemandem wünscht. So geht es beispielsweise um Krebsdiagnosen und Verwandte, die im Koma liegen. Für die beiden Rapper sind diese Situationen der Anlass, eine gute Erziehung über Bord zu werfen und sich sprachlich mal richtig auszukotzen. Mit seiner angenehmen Bardenstimme singt Alligatoah im Refrain: „Manchmal regnet es rostige Nägel/ Und dein Kopf ist ein Magnet/ Dumme Kacke, Pisse, Wichse, Fotze und Penis/ Keine bösen Wörter – zu spät!“

Finch und Alligatoah huldigen Monty Python

Einen Kontrast zu dem unflätigen Text bietet das dazugehörige Video. Dort werden die beiden Rapper inmitten von Mitgliedern einer spirituellen Sekte gezeigt, die in Ekstase um die Musiker herumtanzen und sich ihres Lebens erfreuen. Im Finale des Videos sieht man alle Beteiligten am Kreuz genagelt hängen und singen, während die Hook in eine Musical-Nummer mündet. Die Darstellung erinnert stark an die berühmte Endszene aus dem Monty Python-Filmklassiker „Das Leben des Brian“, in der eine Gruppe von Gekreuzigten das Lied „Always Look on the Bright Side of Life“ anstimmt und somit, trotz ihrer aussichtslosen Lage, die sonnige Seite des Lebens besingt. Die Szene sowie der Song wurden damals weit über den Filmkontext hinaus bekannt.

Das Album RUMMELBUMS von Finch Asozial soll am 1. Oktober 2021 erscheinen und kann bereits vorbestellt werden.


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