Karol G beim Coachella: Trotz Visa-Drohung will sie gegen ICE nicht schweigen

Karol G droht der Visa-Entzug, wenn sie sich gegen ICE ausspricht – trotzdem will die Coachella-Headlinerin ihre Latino-Community nicht im Stich lassen.

Karol G ist die erste lateinamerikanische Künstlerin, die beim Coachella eine Headliner-Show spielen darf. Damit schreibt die Kolumbianerin Geschichte.

In einem Interview mit dem „Playboy“ sprach sie darüber, dass sie ihre Plattform nutzen wolle, um auf Probleme in Amerika aufmerksam zu machen – insbesondere auf die Aktionen und Vorfälle rund um ICE, die US-amerikanische Einwanderungs- und Zollbehörde.

Warnungen aus dem eigenen Umfeld

Karol G wurde offenbar von vielen ermahnt, ihre Stimme lieber nicht zu erheben. Der Kolumbianerin könnten andernfalls Konsequenzen drohen. Leute hätten ihr geraten, sich lieber nicht gegen ICE auszusprechen. „Die Leute werden sagen: ‘Das solltest du lieber nicht tun … Denn wenn du das sagst, bekommst du vielleicht am nächsten Tag einen Anruf: ‘Hey, wir entziehen dir dein Visum.‘“

Die Sängerin ärgerte sich darüber: „Man wird zum Spielball, weil manche Leute ihre Macht demonstrieren wollen.“

Insbesondere klare Aussagen wie „ICE Out“ (dt. ICE raus) seien gefährlich. Auch ihr Team warne sie davor. Trotzdem will sie sich nicht verbieten lassen, etwas zu sagen, so ihre Haltung im „Playboy“-Interview.

„Ich bin bereit, es zu sagen … Wenn ich ehrlich bin, geht das über das hinaus, was ich tun muss, um mich selbst zu schützen. Aber letztendlich: Was ist meine Aufgabe, wenn ich in dieser Position bin?“, erklärte sie weiterhin im Gespräch.

Mehr als ein Slogan

Sie will sich jedoch nicht auf eine bloße Geste reduzieren. „Ich will nicht einfach nur ‘ICE Out‘ sagen und dann nichts daraus machen … Ich werde wahrscheinlich noch einen Schritt weiter gehen. Ich will einfach nur meine Community vertreten.“

Karol G möchte bewusst entscheiden, was sie auf der Bühne sagen wird. „Ich möchte mich hinsetzen und in meinem Kopf verstehen: Das ist es, was das bedeutet hat“, so die Musikerin gegenüber „Playboy“.

Verantwortung und Vorbildfunktion

Karol G ist sich ihrer Reichweite und der Größe des Coachella bewusst. Zugleich betont sie, dass sie vorsichtig sein und den richtigen Moment abpassen will, um sich zu äußern. Die Sängerin vereint die lateinamerikanische Community hinter sich und steht damit in einer Vorbildposition. Da ICE vielfach Razzien in Latino-Vierteln durchführt, sehen viele es als umso wichtiger an, dass Karol G sich gegen die Behörde ausspricht.

Prominente Stimmen gegen ICE

Sie ist nicht die Erste, die sich gegen ICE positionieren will. Bruce Springsteen veröffentlichte Anfang des Jahres ein Protestlied gegen die US-Behörde. Auch der puerto-ricanische Sänger Bad Bunny sprach sich bei den Grammys 2026 mit den Worten „Before I say thanks to God, I’m going to say: ICE out“ aus. Weitere Stars wie Billie Eilish, Becky G und Cardi B hatten ebenfalls Position bezogen.

Ob Karol G an den Coachella-Wochenenden ab dem 10. April den Schritt wagen wird, etwas zu sagen, bleibt offen. Die Musikerin übernimmt die Sonntags-Closing-Show an beiden Festival-Wochenenden.