Billie Eilish Konzerte: Sängerin verteidigt Handys im Publikum
Billie Eilish will das Filmen bei ihren Konzerten nicht verbieten. Im NME-Interview erklärt sie, warum Handys zur Konzertkultur gehören – und was ihr neuer Konzertfilm damit zu tun hat.
Billie Eilish erwartet ein Meer aus Handykameras auf ihren Tourneen. Die Musikerin hat gegenüber „NME“ erklärt, dass sie kein Problem damit habe, wenn ihre Fans bei ihren Konzerten mitfilmen.
„Ich glaube einfach, dass es so ist. Meine Generation und die Generationen danach – wir lieben es, Dinge zu filmen. Ich mache nichts anderes, als Dinge zu filmen und zu fotografieren – die ganze Zeit.“
Grund dafür ist, dass viele Fans die Show zuhause noch einmal erleben wollen.
Auch Eilish sieht sich in diesem Fall schuldig. „Als ich jung war und auf Konzerte oder Festivals ging, habe ich jede einzelne Minute davon gefilmt – und mir dann jedes einzelne Video, das ich aufgenommen hatte, immer und immer wieder angesehen, bis ich sogar den Sound der Menge auswendig konnte“, sagte sie. „Ich finde, das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein wichtiger Teil dieser Kultur ist, dass wir alle auf unsere verdammten Handys starren! Das hält uns in Verbindung. Das tut es wirklich!“ Deshalb hat sie auch in Zukunft nicht vor, das Mitfilmen auf ihren Shows zu unterbinden.
Die Sängerin konnte ihre Karriere nur aufgrund des Internets und Videoaufnahmen aufbauen – wie viele Künstler:innen heutzutage. „Ohne das Internet hätte ich keine Karriere. Ich hätte keine Fans. Ohne das Internet hätte ich nicht diese Verbindungen, die ich habe“, sagte sie dem „NME“.
Zwischen Erlebnis und Aufnahme
Die Kritik an der Sache ist, dass viele Konzertbesucher:innen nicht mehr wirklich mitsingen und mittanzen, sondern starr in der Menge stehen, um ihre Aufnahmen nicht zu zerstören. Damit ist die Energie bei Konzerten deutlich gedämpft, und die Fans selbst erleben das Geschehen letztlich nur durch den Handybildschirm.
Aus diesem Grund verbieten einige Künstler:innen auf ihren Live Veranstaltungen das Mitfilmen mit dem Mobiltelefon. Harry Styles etwa erlaubte seinen Fans bei seinem Album-Release-Konzert nicht, die Handys auszupacken – Video- und Fotomaterial durfte nur mit Einmalkameras aufgenommen werden.
Eilish sieht jedoch kein Problem darin. Sie hat zudem das Glück, dass ihre Fans auch beim Mitfilmen zu ihrer Musik abgehen können, wie man in ihrem neuen Konzertfilm „Hit Me Hard and Soft“ beobachten kann. Diesen brachte sie zusammen mit Starregisseur James Cameron am 7. Mai in die Kinos.
Aufgrund der modernen 3D-Technik fühlt man sich wie auf einem echten Billie-Eilish-Konzert. Genau das erwartet die Sängerin auch von den Fans. „Ich will, dass die Leute mitsingen, ich will, dass sie schreien, ich will, dass sie aufstehen, ich will, dass sie herumrennen“, erzählte sie gegenüber „Capital“ bei der Londoner Premiere. „Es tut mir leid für die Kinos.“







