ABBA: 5 seltsame Coverversionen von Schlager bis Metal

von

1. Ghost: „I’m a Marionette“ als Metal-Brecher

Die Metal-Instanz Ghost mag zwar aus Landsmännern von ABBA bestehen, musikalisch hat man allerdings wenig gemein. Trotzdem hat sich Ghost-Alleinherscher Tobias Forge a.k.a. Papa Emeritus IV „I’m a Marionette“ mit Respekt und geradezu heiligem Ernst vorgenommen. Der im Original 1978 veröffentlichte ABBA-Song wurde auf der B-Seite der 2013-Single „Secular Haze“ von Ghost ganz selbstverständlich in ihren erhabenen, unheimlichen Metalsound überführt. Der erstaunlich gut passt zu Zeilen wie diesen: „I’m a marionette, see my pirouette, round and round / I’m a marionette, I’m a marionette, just a silly old clown / Like a doll, like a puppet with no will at all / And somebody taught me how to talk, how to walk, how to fall.“

2. A*Teens: Mit der „Dancing Queen“ in die 90s und in die Bravo

Der wohl offensichtlichste Versuch, die Musik von ABBA für ein jüngeres Publikum auszuschlachten, stammt aus Schweden und nahm mit einem Casting im Jahr 1998 seinen Anfang. Dort wurden Marie, Amit, Dhani und Sara auserkoren, die ABBA Teens zu bilden – und ein Spät-90er-Eurodance-Pop-Album mit ABBA-Updates aufzunehmen. Später entschied man sich zur Umbenennung, damit die A*Teens auch andere Artists auf die gleiche Weise covern konnten. Ihr Debüt „The ABBA Generation“ funktionierte dabei besonders gut und landete in Deutschland und Österreich auf Platz 2 der Charts und in der ABBA-Heimat gar auf der 1. So richtig gut gealtert ist das Zeug aber trotzdem nicht, wie man an „Mamma Mia“ sieht:

3. Marianne Rosenberg bricht „The Winner Takes It All“ ins Licht

Über Marianne Rosenberg lässt sich ja nix Schlechtes sagen. Ihre von Wolfgang Mürmann ins Deutsche übersetzte „The Winner Takes It All“-Version „Nur Sieger steh’n im Licht“ ist eine recht makellose Schlagerballade, die 1980 veröffentlicht wurde. Perfekt gesungen steht das Lied in einer damals weit verbreiteten Tradition, internationale Hits einzudeutschen. Nur am Text könnte man nörgeln – so mancher Endreim steht dann doch ein wenig deplatziert im Raum: „Nur Sieger steh’n im Licht, und wer verliert, der bricht / Der Würfel fiel für Dich, und ich beuge mich.“ Nu ja, daran hätte man noch ein wenig feilen können, Wolfgang …

4. GABBA: Was wäre, wenn die Ramones „Mamma Mia“ geschrieben hätte?

Die schreckliche Idee einer Cover-Band kann in Einzelfällen ganz unterhaltsam enden. The Punkles waren zum Beispiel eine sehr amüsante Beatles-Hommage. Auch die Idee, ABBA-Songs eine Lederjacke über die Schulter zu legen, „Hey ho, let’s go!“ zu brüllen und sie im Ramones-Style runterzuschrubben, hat seinen Charme. Der Bandname GABBA – als Verneigung vor „Gabba Gabba Hey“ – liegt dann auch recht nahe. So wundert es nicht, dass es gleich mehrere Bands gibt, die so heißen. Wir haben eine in London gefunden – und diese schwedischen Herren, die a bisserl professioneller klingen und deshalb hier den Vortritt haben:

5. Ash zerschrammeln „Does Your Mother Know“

Tim Wheeler und seine Kollegen von Ash haben uns eine Menge schöner Stunden beschert, nicht zuletzt mit ihrem besten Album „1977“. Aus dieser Zeit stammt ihr Cover von „Does Your Mother Know“, das sie 2008 für eine B-Seiten-Kollektion noch einmal als Remastered Version rausbrachten. Trotzdem wirkt diese Version ehrlich gesagt seltsam lustlos – was eigentlich so gar nicht zur Topform passt, die Ash auf ihrem Album an den Tag legten. Trotzdem eine nette Verneigung und ein Beleg, dass viele Gitarrenbands ABBA in allen Ehren halten.


ABBA im Studio: Hier arbeiten Björn und Benny an neuen Songs
Weiterlesen