Highlight: Ihr habt gewählt: Das sind die besten Songs 2017

Meinung

Warum die Kritik an Bruno Mars‘ Grammys falsch und überheblich ist

Kommerz-Mist oder einfach nur Pop-Musik? An dieser Frage scheiden sich im Moment die Geister. In der US-Musikwelt ist eine kleine Grundsatzdiskussion losgetreten worden, nachdem Bruno Mars bei der Grammy-Verleihung in New York am Wochenende der große Abräumer war. Nicht nur für sein Album 24K MAGIC, sondern auch für den Song „That’s What I Like“ erhielt er das goldene Grammophon.

Das wiederum fanden einige Kollegen aus dem Indie-Bereich nicht so toll – um es mal nett auszudrücken. Und auch etablierte Leitmedien wie die New York Times kritisierten die Entscheidung der Jury. Kann man machen, muss man aber nicht. Wenn Fleet-Foxes-Sänger Robin Pecknold Bruno Mars eine „Toys R Us Gap band“ nennt, schwingt da auch ein gewisser arroganter Unterton mit. Der Foxes-Sänger sollte so etwas nicht nötig haben.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Musik von Künstlern wie Fleet Foxes und Bon Iver. Aber ich bin auch der Meinung, dass das, was man gemeinhin als „Mainstream-Pop“ regelrecht anprangert und mit Prädikaten wie „alles schlecht“ und „total oberflächlich“ schmückt, durchaus seine Qualität und Berechtigung hat. Ja, auch ich rege mich nur all zu oft über Ungerechtigkeiten, Verflachung und Sexismus in der Musikbranche auf. Und ja, das trifft vor allem auf die Bereiche bzw. Genres zu, die sich meistens auch ziemlich gut, zum Beispiel in persona von Bruno Mars, in den Charts behaupten können. Seine gewonnenen Grammys 2018 aber als ungerechter als sonst zu bezeichnen, ist nicht angebracht.

Böser Pop, guter Indie

Die Auffassung, Pop ist Mainstream und damit irgendwie qualitativ schlechter, Indie hingegen cooler und anspruchsvoller, weil weniger gehört, hält sich schon lange Zeit hartnäckig. Dass dieses simple Schwarz-Weiß-Denken zum einen dem Geist von Indie und Alternative widerspricht, und zudem ziemlich einfältig ist, sollte jedem klar sein. Was ist denn daran so schlimm, dass es eine Taylor Swift oder einen Bruno Mars gibt? Nicht jeder kann die Komplexität von Zwölftonmusik eines Arnold Schönbergs begreifen, genauso wenig muss jeder eine Single von The National musikalisch brillanter finden, als die von Bruno Mars.



Bon Iver kündigen neue Deutschlandkonzerte und „Blood Bank“-Rerelease an
Weiterlesen