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The Cranberries: 8 Songs, die Ihr neben „Zombie“ kennen könntet

Am Montag starb Dolores O’Riordan. Die Sängerin der irischen Rockband The Cranberries wurde nur 46 Jahre alt. Die Todesursache ist bisher ungeklärt, anscheinend arbeitete O’Riordan in London gerade an neuen Aufnahmen. Auf der Facebook-Seite der Band wurde der Tod ihrer Sängerin ebenfalls bestätigt. Seitdem stieg das Interesse an der Musik der Cranberries wieder an: Laut Amazon-Charts soll dort die Nachfrage nach SOMETHING ELSE, dem letzten Album der Band mit O’Riordan aus dem vergangenen Jahr, um über 900 Prozent gewachsen sein.

Schon vor O’Riordans Tod waren die Meinungen über The Cranberries gespalten: Sie seien ein One-Hit-Wonder gewesen, behaupteten all die, die nur diesen einen Hit, „Zombie“, kennen. Die, die mehr kannten, fühlten sich entweder darin bestätigt, O’Riordans Stimme und den mal softfolkigen, mal powerbetonten Rock ihrer Band an der Grenze zum Unerträglichen zu finden. Fest steht wohl: Ja, dank The Cranberries haben wirkliche One-Hit-Wonder wie Bell Book & Candle („Rescue Me“) überhaupt erst ihren Weg in die hiesigen Charts und Lokalradios gefunden. Fest steht aber auch: „Zombie“ war ihr größter, wichtigster, politischster Hit, ihr tatsächlich bester Song, den jeder kennt, der spätestens in den Neunzigern pubertierte – doch eben nicht ihr einziger.

„Linger“

The Cranberries‘ erster großer Hit, erschienen auf ihrem Debüt EVERYBODY ELSE IS DOING IT, SO WHY CAN’T WE? im Jahr 1993. Den Text schrieb O’Riordans Vorgänger Niall Quinn, sie änderte ihn hier und da.

Kooperation

„Dreams“

Nach dem Erfolg von „Linger“ wurde „Dreams“, eigentlich die erste Single des Albums, erneut veröffentlicht – und wurde daraufhin ebenfalls ein Hit, der unter anderem in der Liebeskomödie „e-m@il für Dich“ mit Tom Hanks und Meg Ryan zu hören war.

„Ode To My Family“

Opener ihres zweiten Albums NO NEED TO ARGUE (1994), auf dem auch „Zombie“ erschien. Chartete in Frankreich auf Platz 4, in Australien auf Platz 5.

„Ridiculous Thoughts“

Vierte Single aus NO NEED TO ARGUE. In beiden Videoversionen, die es dazu gab, spielte Elijah Wood mit – Jahre bevor er als Frodo weltberühmt wurde.

„Salvation“

Erste Single aus ihrem dritten Album TO THE FAITHFUL DEPARTED (1996). Schon dort zeichnete sich ab: So groß und relevant wie mit „Zombie“ werden The Cranberries wohl nicht nochmal werden.

„Animal Instinct“

Opener und erste Single ihres vierten Albums BURY THE HATCHET (1999). O’Riordan wurde während der Entstehung des Albums erstmalig Mutter. Das Thema spiegelte sich entsprechend in den Texten wieder.

„Promises“

Zweite Single aus BURY THE HATCHET – und der Beweis, dass The Cranberries noch nicht völlig vergessen hatten, wie Rockmusik funktioniert.

„Just My Imagination“

Dritte Single aus BURY THE HATCHET. Gefällig, aber nicht völlig egal, herzlich, aber nicht aufgesetzt – so darf Radiomusik klingen.

Der Vollständigkeit halber: „Zombie“

Was für ein Protestsong: „Zombie“ wurde in Erinnerung an Jonathan Ball und Tim Parry geschrieben – zwei Jungs, die während eines Bombenattentats der IRA 1993 in Warrington starben. Das Lied, das auch musikalisch das dynamischste in der Karriere der Cranberries bleiben sollte, war nicht nur kommerziell enorm erfolgreich. Es war auch das relevanteste in einem Meer von Irrelevanz: Im Februar 1995 stand „Zombie“ eine Woche auf Platz 1 der deutschen Charts. Es löste „Tears Don’t Lie“ von Mark ‚Oh ab und wurde von Vangelis‘ „Conquest Of Paradise“ abgelöst. Zur noch besseren und faireren Einordnung: In den us-amerikanischen Billboard Charts überholte es „What’s The Frequency, Kenneth?“ von R.E.M. und wurde sechs Wochen später von Nirvanas „About A Girl (live)“ überholt.


The Cranberries: Hört hier „All Over Now” vom finalen Album mit Dolores O'Riordan im Stream
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