Deepfakes: Was sie sind und wer bereits Opfer wurde
Deepfakes sind KI-generierte Medienmanipulationen – täuschend echt und kaum erkennbar. Wer wurde bereits Opfer, was steckt hinter dem Ulmen-Skandal? Jetzt informieren.
Derzeit erschüttert ein Skandal um den Moderator und Schauspieler Christian Ulmen die deutsche Medienlandschaft. Über Jahre soll er gefälschtes sexuelles Material seiner Ex-Frau Collien Ulmen-Fernandes verbreitet und sie so virtuell missbraucht haben. Seine Taten sollen durch den Einsatz sogenannter KI-generierter Deepfakes ermöglicht worden sein. Was sind Deepfakes – und wer war bereits betroffen?
Wie funktionieren Deepfakes?
Deepfakes bezeichnen synthetisch erzeugte oder gezielt manipulierte Medieninhalte – meist in Form von Videos, Bildern oder Audioaufnahmen –, die mithilfe moderner Verfahren der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens erstellt werden. Ziel dieser Technologien ist es, täuschend echte Darstellungen von Personen oder Ereignissen zu erzeugen, die in Wirklichkeit so nie stattgefunden haben. Häufig werden dabei Gesichter ausgetauscht, Stimmen imitiert oder Verhaltensweisen künstlich erzeugt. Für das Publikum sind solche Manipulationen oft nur schwer oder gar nicht als Fälschung zu erkennen, was Deepfakes zu einem zunehmend relevanten Phänomen im digitalen Informationsraum macht.
Wer wurde bereits zum Deepfake-Opfer?
Im Bereich der Deepfakes gibt es viele verschiedene Dimensionen und Anwendungskontexte. Nicht nur im sexuellen Kontext wie im Fall Collien Ulmen-Fernandes werden Deepfakes eingesetzt – sie dienen auch zur Erstellung gefälschter Werbung, zum Betrug oder zur Verbreitung politischer Meinungen. Was sind die prominentesten Fälle von Deepfake-Kampagnen?
1. Taylor Swift
Anfang 2024 wurden massenhaft explizite Inhalte der Sängerin verbreitet. Allein einer dieser pornografischen Posts generierte 45 Millionen Klicks. Es handelte sich damit wohl um den bisher größten Deepfake-Skandal. Der Fall machte zudem öffentlich, dass 96 Prozent der Betroffenen Frauen sind. Die Inhalte wurden in 4Chan- und Telegram-Communities erstellt. Fans starteten daraufhin unter dem Hashtag „#protect Taylor“ eine Gegenkampagne.
2. Scarlett Johansson
Auch Scarlett Johansson zählt aufgrund ihrer Bekanntheit und der enormen Datenmenge zu ihrer Person im Internet zu den häufigsten Deepfake-Opfern. Neben der Verbreitung sexueller Inhalte wurden über sie auch Produkte beworben und politische Meinungen verbreitet. Ein virales Deepfake-Video zeigte sie ohne ihre Zustimmung mit einer politischen Botschaft.
3. Kylie Jenner
Auch Reality-Star Kylie Jenner wurde Opfer von Deepfakes – allerdings in einer anderen Dimension als der pornografischen. Ihre Person wurde genutzt, um Kosmetikprodukte zu bewerben und Menschen dazu zu bringen, diese zu kaufen. Die Videos dienten unter anderem dazu, gefälschte Rabattaktionen in Umlauf zu bringen. Anders als etwa bei Taylor Swift stand hier die direkte finanzielle Bereicherung der Täter im Vordergrund.
4. Barack Obama
Im Jahr 2018 wurde ein Deepfake-Video von Barack Obama veröffentlicht, in dem er scheinbar öffentlich einen politischen Gegner beleidigte. Später wurde klargestellt, dass es sich um eine Fälschung handelte. Das Video wurde vom Regisseur Jordan Peele erstellt und diente der Aufklärung über die Gefahren von Deepfakes.
5. Jennifer Lawrence
Jennifer Lawrence war das wohl prominenteste Opfer des iCloud-Leak-Skandals aus dem Jahr 2014. Damals wurden explizite Inhalte gleich mehrerer Prominenter durch Hacking gestohlen und veröffentlicht. Der Vorfall bildete die Grundlage für spätere Entwicklungen rund um Deepfakes: Bilder der Schauspielerin wurden zu Trainingsmaterial für KI und dienten häufig als Vorlage.






