DJ Robin und Schürze dürfen im „ZDF Fernsehgarten“ auftreten – wenn sie „Layla“ als „jugendfreie Version“ aufnehmen

von

Doomscrolling-Deutschland hat Durst aufs Sommerloch: So wie sich 2019 ein halbes Land über die WDR-Kinderchor-Satire „Meine Oma ist `ne alte Umweltsau“ echauffierte, trifft es nun DJ Robin und Schürze. Die haben einen, wie unsere Kolumnistin Julia Lorenz befand, „selbst für Macho-Schlager-Verhältnisse hirnrissigen Song“ namens „Layla“ aufgenommen – und stehen damit auf Platz 1 der Charts und in den Bierzelten. Das Lied könnte abseits vom Ballermann herzlich egal sein und einfach ignoriert werden – wenn es wegen seines für Mallorca-Mitgrölhits leider nicht untypischen sexistischen Texts nicht zurecht Kritik geerntet hätte. Die führte soweit, dass sich diverse Volksfestveranstalter*innen dazu entschieden, „Layla“ nicht mehr zu spielen, sich sogar Bundesjustizminister Marco Buschmann in die Debatte einschaltete und auf der Düsseldorfer Kirmes ein DJ die Auflage dadurch umging, dass er das Lied als Instrumental-Version spielte und Teile des Publikum lauthals mitsangen.

Dem kommerziellen Erfolg von „Layla“ tut all das freilich keinen Abbruch, im Gegenteil: DJ Robin und schürzen bedankten sich auf Facebook bereits für die Aufmerksamkeit, inhaltliche Kritik mutmaßlich überhörend. Nun wurde bekannt, dass DJ Robin und Schürze in Andrea Kiewels „ZDF Fernsehgarten“ eingeladen wurden. Dort plane man für den 31. Juli eine „Mallorca vs. Oktoberfest“-Ausgabe, entsprechend darf der aktuell größte Hit des Genres offenbar nicht fehlen. Eine Auflage gibt es laut „Bild“-Zeitung dennoch: Es heißt, dass die Musiker nur auf die TV-Bühne dürfen, wenn sie „Layla“ als jugendfreie Version umtexten. Das ZDF selbst hat sich öffentlich noch nicht näher zu dieser Entscheidung geäußert. Die „Bild“ zitiert dahingehend eine anonyme Quelle. „Alle Lieder, die zu zweideutig sind oder Fäkalsprache verwenden, kommen nicht in die Sendung“, heißt es demnach, „so könne im Song aus der Puffmama etwa eine Busmama werden“. Eine solche Version ist laut den Interpreten sowie Produzent Ikke Hüftgold bereits in Planung: Man sähe ein, dass es eine kinderfreundliche Version geben müsste, erklärten sie, eine Refrainzeile dafür stünde auch schon: „Ich hab nen Wuff und die Hundemama die heißt Layla.“ Nicht unwahrscheinlich, dass durch eine solche Version vor allen Dingen eine neue Käufergruppe erschlossen werden soll, die den kommerziellen Erfolg von „Layla“ weiter ankurbelt.

Wichtig in diesem Zusammenhang sei der wiederholte Hinweis, dass DJ Robin, Schürze und ihre „Layla“ keineswegs Opfer einer sogenannten Cancel Culture oder eines landesweiten Verbots geworden sind. Die Single kann weiterhin überall gestreamt, gekauft und mitgesungen werden. Veranstalter*innen, die „Layla“ auf ihrem Event oder in ihrer TV-Sendung keine Bühne geben wollen, machen lediglich von ihrem Hausrecht Gebrauch. Und dass es im Partyschlager oder etwa im Deutschrap teilweise noch deutlich sexistischere Texte gibt, ändert auch nichts daran, dass die „Layla“-Kritik ihre Berechtigung hat: Wer auf seiner Party zum Beispiel Farid Bang nicht hören will, hat dazu ebenfalls ein gutes Recht.


Wegen „Layla": Moderator Sebastian Pufpaff sorgte für Ärger auf dem Oktoberfest
Weiterlesen