Festival-Veranstalter MLK und DEAG streiten sich

Das offenkundige Konkurrenzdenken der deutschen Festivalveranstalter Marek Lieberberg Konzertagentur (MLK) und Deutsche Entertainment AG (DEAG) eskaliert gegenwärtig in aller Öffentlichkeit.

Nachdem MLK-Chef Marek Lieberberg der DEAG am Donnerstag wegen des Festivalumzugs von „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ einen „geschickter Propaganda-Schachzug“ unterstellte, „mit dem die DEAG von ihrem ureigenen Debakel ablenken und auf Schalke retten will, was nicht mehr zu retten ist“, schießt die DEAG am Freitag zurück: „Wenn wir die Äußerungen von Marek Lieberberg lesen, dann fragen wir uns schon, was ihn antreibt, verbal so um sich zu schlagen. Wovor hat er solche Angst?“ Lieberbergs Kommentare bezeichnet DEAG-Sprecher Michael van Almsick als „hämisch“ und unangebracht, gerade in Bezug auf dessen eigenen Versuch mit „Rock im Pott“ ein Event im Ruhrgebiet zu etablieren, dass 2014 nach zwei Festival-Jahren gescheitert sei.

Und kaum, dass dies Retourkutsche die Runde macht, reagiert Marek Lieberberg mit sieben Feststellungen, unter anderem dieser hier: „Zum vorbildlichen Umgang mit Kollegen gehört wohl der ursprüngliche Versuch, am selben Wochenende in unmittelbarer Nähe zwei Konkurrenzfestivals zu veranstalten und gleichzeitig alles zu tun, um Unsicherheiten zu schüren. Beispielsweise durch ein inzwischen widerlegtes Pseudo-Gutachten und in die Öffentlichkeit getragene Zweifel am Stattfinden von Rock am Ring. Soviel zum Thema Ursache und Wirkung.“ Ende offen.

MLK ist mit Traditionsfestivals wie „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ sowie diversen Deutschland-Tourneen der weltweit größten Rockstars Deutschlands größter Rockmusik-Veranstalter. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass „Rock am Ring“ wegen Streitigkeiten mit der Nürburgring-Betreiber-AG Capricorn 2015 umziehen muss, ein neuer Austragungsort wurde in Mendig gefunden.

Die DEAG kündigte zur gleichen Zeit an, 2015 erstmals selbst große Rockfestivals veranstalten zu wollen. Ende Mai sollten die Festivals „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ (am frei gewordenen Nürburgring), „Rockavaria“ (in München) und „Rock in Vienna“ (in, richtig, Wien) stattfinden. Zumindest aus „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ aber wurde in der angekündigten Form nichts: Das Festival muss kurzerhand von der Eifel ins Ruhrgebiet ziehen und findet nun mit gleichem Line-up (außer Kreator) und anderem Namen („Rock im Revier“) in der Gelsenkirchener Veltins-Arena auf Schalke statt.

Mit den Verkäufen für die Festivals „Rock in Vienna“ und „Rockavaria“ sei man im Übrigen sehr zufrieden, heißt es weiter seitens der DEAG. Und „Rock im Revier“ sei „super angelaufen“.


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