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Urteil in Hamburg: Gzuz muss ins Gefängnis

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Rapper Gzuz, der mit richtigem Namen Kristoffer Jonas Klauß heißt, wurde am Dienstag (29.09.2020) in Hamburg zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Er muss außerdem 510.000 Euro Strafe zahlen, die sich aus 300 Tagessätzen á 1.700 Euro errechnen, so die „Hamburger Morgenpost“. Der 187-Rapper war angeklagt wegen Körperverletzung, versuchtem Diebstahl und Besitz von Betäubungsmitteln.

Als überraschend gilt: Die Staatsanwaltschaft hatte nur ein Jahr und zwei Monate Haft beantragt. Der Amtsrichter Johann Krieten ist damit über das geforderte Maß hinaus gegangen.

Gzuz soll 2018 zu Silvester eine Schreckschusspistole abgefeuert haben, obwohl ihm das Führen von Waffen untersagt ist. In seiner Hamburger Wohnung wurden im April 2018 Drogen gefunden. Die Anzeige wegen Körperverletzung zog eine junge Frau zurück, nachdem Gzuz sich entschuldigt hatte.

In der „Hamburger Morgenpost“ heißt es, dass Gzuz beim Urteil den Kopf geschüttelt und gegrinst haben soll. Daraufhin soll Amtsrichter Krieten den Rapper gefragt haben: „Wer, wenn nicht Sie, gehört in den Knast? Sie sind ein Sozialrüpel, Sie missachten die Regeln des sozialen Miteinanders auf das Übelste.“ Gzuz: „Sie auch!“ Krieten: „Das Schöne ist ja, ich habe hier das letzte Wort.“

Im Februar 2020 erschien Gzuz nicht zu einem Gerichtstermin, daraufhin wurde er verhaftet. Der Rapper musste 100.000 Euro Kaution zahlen, um frei zu kommen. Immer wieder ist Gzuz in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. 2018 etwa wurde er wegen einer Backpfeife gegen einen Supermarkt-Mitarbeiter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Nach EBBE UND FLUT (2015) und WOLKE 7 (2018) veröffentlichte der Gangster-Rapper am Valentinstag sein drittes Studioalbum GZUZ, das direkt auf Platz Eins der Charts schoss. Gzuz kann sich somit über eine zweite Nummer-1-Platzierung in Folge freuen. Durch die ebenfalls hohen Einstiege von Finch Asozial, Prinz Pi und Jamule finden sich aktuell vier Deutschrap-Alben in den Top 5 der Charts.


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