Kurioses Interview: Gzuz äußert sich zu drohender Haftstrafe

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Skandalrapper und 187-Straßenbande-Mitglied Gzuz wurde Anfang dieses Jahres in einem Berufungsverfahren zu einer achtmonatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von 400.000 Euro verurteilt. Das Gericht befand ihn der Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz für schuldig. Der Rapper legte erneut Rechtsmittel ein, nun wird in einem weiteren Verfahren vorrangig die Ordnungsmäßigkeit des Prozesses geprüft. Auch wenn sich das Urteil noch ändern kann, gilt es als unwahrscheinlich, dass Gzuz die Haftstrafe gänzlich abwenden kann.

Nun hat sich Gzuz erstmals in einem Interview zu der drohenden Gefängnisstrafe geäußert. In einem YouTube-Video auf dem Kanal „blackpqnther“ läuft der Rapper zusammen mit dem Moderator Faycal M. durch seinen alten Kiez und steht Rede und Antwort. Faycal M. und Gzuz verbindet übrigens mindestens eine Sache: Ärger mit der Justiz. So läuft gegen den Moderator momentan ein Prozess aufgrund von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der 24-Jährige soll im Mai 2020 rund 15 Kilogramm Marihuana erworben und weiterverkauft haben.

Ein abenteuerlicher Kiez-Rundgang

Das Interview mit Gzuz ist ein gewisses Kuriosum. So lässt der Interviewer jegliche journalistische Distanz vermissen und prahlt zu Beginn stolz damit, dass er Gzuz überhaupt vor die Kamera bekommen hat. Euphorisch stellt er fest, dass er „nur Liebe“ für Gzuz hat. Der Hamburger Straßenrapper steht dabei etwas hilflos und bleich in schüchterner Pose daneben. Faycal M. holt schließlich auch noch seinen „Bruder Aladin“ ins Video, bevor er seine Fans auffordert ihm die „200k [Abonnenten] vollzumachen“.

Dann beginnt das eigentliche Interview und wird es noch bizarrer: Faycal M. entdeckt nämlich einen pädagogischen Auftrag und möchte „den jungen Zuschauern zeigen was für einen Weg“ Gzuz gegangen ist. Ob er sich mit Gzuz, der nicht nur wegen diverser Delikte bereits mehrmals verurteilt wurde, sondern auch mit sexistischen Äußerungen aufgefallen ist und sich sogar mal dazu erniedrigt hat einen Schwan zu schlagen, den richtigen Interviewpartner gesucht hat, um seinen jugendlichen Zuschauer*innen gelungene Lebenswege zu illustrieren, ist zumindest fraglich. Aber egal. Das Interview beginnt. Die erste Frage: „Was war das für eine Zeit hier, bevor du berühmt wurdest?“ Gzuz: „War ne schöne Zeit. Ich hatte immer ne schöne Zeit. Ich habe mir immer ne schöne Zeit gemacht.“ Faycal M: „Joaaah“. Erste Interviewrunde überstanden. Dann  ist erstmal Zeit für Selfies. Zwei Jugendliche kommen ins Bild und machen mit Gzuz Fotos.

Auch der Rest des Interviews ist nicht ohne Absurditäten, Gzuz legt sich bei dem abenteuerlichen Kiez-Rundgang mit weiteren aufdringlichen Selfie-Passanten an, Faycal M. entdeckt den Rapper Reeperbahn Kareem, der gerade als ehrenamtlicher Boxtrainer mit Jugendlichen trainiert und Gzuz erwähnt, dass er bereits früh in seinem Leben den Bruder des Moderators Faycal M. kennengelernt hat, wobei offenbleibt, ob beim Basketball oder im Knast. Vieles deutet aber eher auf letzteres hin.

Gzuz zur drohenden Haftstrafe: „So ist das Digga“

Apropos Knast, irgendwann kommen die beiden dann auf die drohende Gefängnisstrafe für Gzuz zu sprechen. Der scheint nicht mit allzu viel Sorge auf seine vermutlich bald anstehende Haftstrafe zu blicken: „So ist das Digga. Kriegt man alles hin. Was soll ich jetzt machen? Geht schon rum die Zeit.“

Allerdings zeigt der Rapper auch kleine Zeichen der Reue. So sagt er im Interview weiter: „Ich nehme meine Sachen auch an. Ich hab Scheiße gebaut. In deren Augen muss ich ins Gefängnis gehen. Okay, ich geh ins Gefängnis. Was haben damit andere Leute zu tun? Ich nehme meine Schuld an. Ich mach‘ das. Ich jammere ja nicht rum.“

Das denkwürdige Video endet damit, dass Gzuz alle seine Bekannten im Knast grüßt: „Wir sehen uns bald“.


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