Idris Elba: „Filme und Serien sollten Rassismus-Warnungen erhalten und nicht zensiert werden“

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Idris Elba hat sich gegen die Zensur von Serien und Filmen ausgesprochen, die rassistische Inhalte vermitteln. Stattdessen halte der Hollywood-Schauspieler ein Rating-System für sinnvoller, dass die Zuschauer vor veralteten Stereotypen warne und so direkt Stellung zu dem darin porträtierten Rassismus nehme.

„Ich bin ein großer Verfechter der Redefreiheit“, so Elba in einem Interview mit Radio Times, „aber das Problem mit der Redefreiheit ist, das sie nicht für jedermann ist.“ Deshalb gebe es schließlich bereits ein Bewertungssystem, das die Zuschauer*innen darüber aufklärt, für welche Altersgruppen Filme, Serien und auch Spiele geeignet seien.

„Um sich über die Wahrheit lustig zu machen, muss man wissen, was die Wahrheit ist“, fährt der „Luther“-Schauspieler fort, „aber rassistische Inhalte in einer Sendung zu zensieren, sie aus dem Programm zu nehmen – Moment mal, ich finde, die Zuschauer*innen sollten wissen, dass es Menschen gibt, die solche Sendungen produzieren.“ Demnach sei es ihm wichtig, dass man nicht vergesse, dass Meinungs- und Redefreiheit in unserer Gesellschaft existieren. Allerdings sollten die Zuschauer*innen im Vorfeld wissen, worauf sie sich beim Konsum bestimmter Produktionen einlassen.

Zuletzt waren zahlreiche Episoden aus dem Programm genommen worden, in denen Charaktere in Blackface zu sehen waren. Neben der britischen Sketch-Show „Little Britain“ entfernten auch „30 Rock“ und „Scrubs“ eine Reihe anstößiger Folgen. Die britische Comedy-Show „The Mighty Boosh“ wurde sogar komplett von Netflix entfernt, da in dieser mit „The Spirit of Jazz“ ein wiederkehrender Charakter in Blackface vertreten ist. Kurz zuvor hatte der Streaming-Anbieter eine „W/Bob and David“-Episode aus dem Sortiment genommen, in der Comedian David Cross mit Schwarzem Gesicht zu sehen ist.

Bei Blackface handelt es sich um eine Unterhaltungsmaskerade, die speziell in den US-amerikanischen Minstrel-Shows des 18. und 19. Jahrhunderts populär wurde und bezeichnet das Dunkel-Malen Weißer Darsteller. Die Praktik geriet in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt unter Kritik, weil sie rassistische Stereotype verbreitet und den tatsächlichen Gleichberechtigungskampf Schwarzer Menschen verharmlost oder sogar ins Lächerliche zieht.


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