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Animal Collective beseitigen rassistische Stereotypen in eigener Diskographie

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Die Avantgarde-Musikgruppe Animal Collective ist aktuell dabei, ihre gesamte Diskographie nach rassistischen Stereotypen zu untersuchen und dementsprechend auszusortieren. Darunter fallen einige Albumtitel und Artworks, die sie nun aktualisieren möchten, eröffnete die Band ihren Fans in einem Newsletter, den sie über Pitchfork verschickten. Darin schrieb die Gruppe: „Wir haben einige Dinge anzusprechen und zu korrigieren, die wir als wichtig erachten.“

Als ersten Schritt entschied die experimentelle Band aus Baltimore, den Titel ihres 2003 erschienenen Albums HERE COMES THE INDIAN in ARK umzubenennen. „Mit größtem Respekt vor den indigenen Völkern sind wir der Meinung, dass das Wort ‚Indianer‘ in unserem Plattentitel die falsche Botschaft aussendet, indem es das indianische Volk objektiviert, was wir mit der Musik nicht beabsichtigten“, erklärten sie und fügten hinzu, dass ein Teil der künftigen Tantiemen des Albums an die Organisation „Seeding Sovereignty“ gespendet werden soll.

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Zudem kündigten Animal Collective an, das Artwork ihrer EP PEOPLE zu ändern, da das ursprüngliche Cover eine dunkelhäutige Nanny mit zwei weißen Kindern abbildet. „Wir verstehen jetzt, dass die Verwendung eines rassistischen Stereotyps mehr Schaden anrichtet, als durch eine Erklärung behoben werden kann, und wir entschuldigen uns dafür“, heißt es in dem Newsletter. Auch in diesem Fall versprachen sie, die künftigen Einnahmen der EP der „Equal Justice Initiative“ zukommen zu lassen.

Doch damit hört es noch nicht auf: Da die EP MEETING OF THE WATERS Samples beinhaltet, die von dem Tatuyo-Stamm in Brasilien aufgenommen wurden, hat die Band entschieden, einen Teil des Erlöses der Platte an die Organisation „Cultural Survival“ zu spenden, die sich den Rechten von indigenen Bevölkerungsgruppen annimmt. „Da wir Gäste in ihrer Welt waren, finden wir es nur richtig, weiterhin unsere Dankbarkeit zu zeigen“, so die vier Mitglieder der Neo-Psychedelica-Gruppe.

Die avantgardistische Band Animal Collective wurde im Jahr 1999 gegründet und prägte mit ihren vielschichtigen und oft improvisierten psychedelischen Sound-Collagen die New Yorker Underground-Musikszene. Alle vier Mitglieder arbeiten seit jeher unter einem Pseudonym; so nennt sich David Portner Avey Tare, Josh Dibb heißt Deakin, Brian Weitz‘ Künstlername ist Geologist und Noah Lennox ist Panda Bear. Ihr jüngstes audiovisuelles Album TANGERINE REEF erschien im August 2018 über Domino Records und markiert die erste Platte ohne die Mitarbeit von Panda Bear.



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