Jay-Z macht kurzen Prozess: Freestyle gegen Drake, Kanye und Nicki

Drakes Charterfolg, Kanyes Aussagen über Beyoncés Kinder, Nicki Minajs Trump-Nähe – Jay-Z lässt beim Roots Picnic Festival vier Minuten lang keinen aus und rappt a cappella.

Drake feiert fleißig Charterfolg um Charterfolg. „Janice STFU“ stürmt auf Platz eins der Billboard Hot 100 und holt damit Michael Jackson mit seinem vierzehnten Nummer-eins-Hit ein. Ganz nebenbei zieht er mit seinem fünfzehnten Nummer-eins-Album auch an Jay-Z vorbei – doch der erinnert Drake daran, dass er in der falschen Chart schaut.

Drake selbst hatte auf seinem zuletzt erschienenen Album ICEMAN ordentlich ausgeteilt – gegen Kendrick Lamar, Pusha T, A$AP Rocky und eben auch gegen Jay-Z. Der fackelte nicht lange und nutzte den Auftritt beim Roots Picnic Festival, um seine Meinung kundzutun. In einem vierminütigen Freestyle zog er a cappella über Drake her. Bezogen auf den Song „Janice STFU“, in dem Drake „The jig is up“ rappte, konterte er: „The jig is up/ We got up 10/ Wrong chart champ/ You gotta look up again/ N—-s look up to Hov/ I never looked up to them.“

Drake und Ye gegen Jay-Z?

Bevor Drake sich erneut auf eine Auseinandersetzung mit einem Rap-Giganten einlässt, könnte er sich mit Kanye aka Ye zusammentun. Denn auch dieser bekam trotz des gemeinsamen Abspielens von Tracks seinen Anteil am Beef ab. In Ye’s immer häufiger werdenden – nennen wir es – paranoiden Stimmungsschwankungen äußerte er erneut abwertende Kommentare gegenüber Jay-Zs und Beyoncés Kindern: Er stellte ihre kognitiven Fähigkeiten in Frage und spekulierte über künstliche Befruchtung. Derselbe Mann, der befand, seine zwölfjährige eigene Tochter habe ihn betrogen, und der ein Hakenkreuz-Kettenglied neben dem Rechtsextremisten Nick Fuentes trug.

Jay-Z setzte die Absurditäten dieser Aussagen in Relation: „You ever heard of wonder-kin? My children are some of them“, rappte er. „Have you n—-s have no shame? You trying to get under skin? I’ll really get under skin.“

Seitenhieb gegen Nicki Minaj

Kaum war Kanye abgefertigt, folgte ein Seitenhieb gegen Nicki Minaj, die zuletzt mit ihrem GQ-Interview und der Aussage, sie sei Trumps Fan Nr. 1, für Furore gesorgt hatte. Jay-Z stichelte: „That lady back on that stuff, she sounds like she’s in love with ‚em/ Her Ken can’t even… pick they kid… enough of them/ A rapper can’t be my opp, I got MAGA Republicans/ Those shots came from the very top of the government, good luck with them.“

Er wünscht ihr also viel Glück mit den Republikanern – und toppt das anschließend wortlos: Meek Mill, Nicki Minajs Ex, kam auf die Bühne. Ein vierminütiger Freestyle-Rap, um seine Rap-Kolleg:innen zurechtzuweisen.

Ob das Ganze einen langwierigen Beef nach sich zieht, bleibt abzuwarten. Mit diesem Auftritt steht Jay-Z jedoch wieder ganz oben in den Schlagzeilen und leitet seine Jubiläumsshows zu „Reasonable Doubt“ und „The Blueprint“ ein, die am 10. und 11. Juli im Yankee Stadium in New York stattfinden.