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Könige des Brit-Pops: 5 Oasis-Songs, die bleiben werden

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Die Rivalität zwischen den beiden Oasis-Brüdern Noel und Liam Gallagher ist untrennbar mit der Geschichte der Band verbunden. Ganz im Gegensatz zu den beiden Männern selbst. Hassliebe, offene Anfeindungen, Stress auf der Bühne: Keine Möglichkeit wurde ausgelassen, um den anderen in den Dreck zu ziehen, bis 2009 das endgültige Aus der Band schließlich unvermeidbar wurde.

Für Liam ein rapider Fall, der in der Doku „Liam Gallagher: As It Was“ beleuchtet wird. Auf arte läuft der ungeschönte Einblick am Freitagabend, den 9. April 2021. Die Dokumentation hat den ehemaligen Frontmann in der Zeit nach Oasis begleitet und zeigt ihn unter anderem beim Versuch eines Comebacks mit seiner neuen Band Beady Eye. Erst 2017 kam das Soloalbum „As You Were“ auf den Markt, was uns nur bedingt überzeugte. Lieber denken wir an die gemeinsamen Zeiten zurück, als Oasis mit cleveren Arrangements Ohrwürmer schrieben, die noch heute nachhallen. Zum Beispiel die hier.

5. „The Masterplan“ (1998)

Aus dem Album „The Masterplan“

Hier geht’s zum Song:

Auf der gleichnamigen B-Seiten-Sammlung werden Songs in den Fokus gerückt, die zuvor ein Schattendasein fristeten. Der Titeltrack, der sich mit einer Laufzeit von 5:30 Minuten im Ohr festsetzt, gilt unangefochten als der beste Song des Albums. Geschrieben von Noel Gallagher und ohne die Beteiligung von Liam entstanden, bewies der ältere Gallagher-Bruder seine Begabung zum Songwriting einmal mehr. Zwischen Melancholie und Aufbruchsstimmung schwankend, ist „The Masterplan“ ein poetisierter Blick auf die Vorstellung eines Lebens, das mit seinen Höhen und Tiefen einem ultimativen Plan folgt. Was es damit auf sich hat, ist der Interpretation der Hörer*innen überlassen.

4. „D’You Know What I Mean“ (1997)

Aus dem Album „Be Here Now“

Hier geht’s zum Song:

Dass sich Oasis mit ihren Songs nicht um Radiokonformität scherten, unterstrichen sie mit dem 7:40 Minuten langen Song „D‘You Know What I Mean“. Überlanges Intro, psychedelische Akustikausflüge und die Suche nach einer klaren Linie stimmen auf den Track ein. Die melodische Ausrichtung in der Strophe im Kontrast zum wirren Opener und der geradlinige Refrain bleiben trotzdem im Ohr. Im Erscheinungsjahr 1997 belegte die Nummer Platz 1 der britischen Charts.

3. „Whatever“ (1994)

Non-Abum-Single

Hier geht’s zum Song:

Nach Normen handeln? Nein, danke! Ihre Attitüde und Image lassen sich durch kaum einem anderen Song so auf den Punkt bringen wie in „Whatever“. Mit Kontrasten arbeitet die Band auch bei diesem Stück: Die Revoluzzer-Aussage der Lyrics, einfach auf alles zu pfeifen und sein Ding durchzuziehen, wirkt im Orchestergewand zunächst unpassend gekleidet. Umso mehr setzt sich der Song im Ohr fest und pflanzt dank der eingängigen Melodie die Zeilen nachhaltig ein, die aus der Feder von Noel Gallagher stammen. Die Single erschien ohne Album und war letztlich die Überbrückung zwischen ihrem Debüt „Definitely Maybe“ und dem Nachfolger „(What‘s The Story) Morning Glory?”.

2. „Don’t Look Back In Anger“ (1996)

Aus dem Album „(What’s The Story) Morning Glory?”

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Balladenhafter Brit-Pop in seiner ganzen Schönheit: „Don‘t Look Back In Anger” wurde in zahlreichen Rankings unter die 100 besten Lieder aller Zeiten gewählt und erreichte 1996 Platz 1 der britischen Charts. Dass der Song immer noch beim Publikum ankommt und gehört werden will, beweist die Tatsache, dass Noel Gallagher das Stück auch regelmäßig mit seiner jetzigen Band Noel Gallagher‘s High Flying Birds zum Besten gibt. Ein Relikt der 1990er-Jahre, das handgemachtes Songwriting, ehrlichen Sound und einfache Songstrukturen zu einer echten Hymne verbindet.

1. „Wonderwall“ (1995)

Aus dem Album „(What’s The Story) Morning Glory?”

Hier geht’s zum Song:

Ob Hochzeiten, Karaokeabend oder Abiball: Ob Oasis ahnten, welche Ausmaße ihr Song „Wonderwall“ je nehmen würde, ist zu bezweifeln. Weder die Privatfeier noch die Setlist von Straßenmusiker*innen kommt ohne den sentimentalen Track aus. Radiostationen geben dem Song  mehr Raum als jedem anderen Titel der Briten. Der beste Weg, um niemals in Vergessenheit zu geraten.

„Liam Gallagher: As it Was“ läuft am 9. April 2021 um 21:50 Uhr auf arte.


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