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Lady Leshurr wurden 250.000 £ angeboten um Nicki Minaj zu dissen

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In der neuesten Ausgabe des Podcasts „Angela Scanlon’s Thanks A Million“ sprach Lady Leshurr über die Zeit, als Atlantic Records ihr 250.000 Pfund angeboten haben soll, um US-Rapperin Nicki Minaj auf einem Song zu dissen.

Dissen als Verkaufsstrategie

Die Competition im HipHop ist so alt wie das Genre selbst. DJ-Battles, Battle-Rap und Diss-Tracks sind essenzielle Bausteine, die die Kultur vorangetrieben haben. Das Phänomen, dass Musikmanager*innen absichtlich Spannungen zwischen Künstler*innen erzeugen, um die Verkaufszahlen zu steigern, ist allseits bekannt und hat auch in Deutschland schon reichlich Anhänger*innen gefunden. Die britische Rapperin Lady Leshurr lehnte das äußerst lukrative Angebot damals jedoch ab und erklärte auch, wieso.

„Mir wurde ein Plattenlabel-Deal mit Atlantic angeboten, die einfach nur versuchten, mich zu überreden, einen Diss-Track zu Nicki Minaj zu machen. Ich kannte Nicki Minaj damals nicht persönlich, wir haben nie miteinander gesprochen oder so etwas. Ich wusste von ihrem Aufstieg, ich habe ihren Weg gesehen und ich fand sie einfach großartig.“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erklärt die Britin, dass sie über die Jahre gelernt habe, sich bei solch ominösen Angeboten auf ihr Bauchgefühl zu verlassen und nicht schier dem Geld hinterherzurennen. Ihr gehe es dabei vor allem um die Integrität ihres Images und die Tatsache, auch noch in mehreren Jahren ein relevanter Teil dieser stetig wachsenden Szene sein zu wollen.

„Nehmt die Dinge nicht nur, weil es im Moment gut aussieht. Wie wird es in den nächsten fünf Jahren aussehen? Oder in zehn Jahren? Ich hatte das Gefühl, dass bestimmte Deals, die mir angeboten wurden, innerhalb von zwei Jahren verpufft wären.“

Wettbewerb im Female Rap

Der Wettbewerbsfaktor und Disses sind auch im Female-Rap ein allseits bekanntes Mittel, um die Blicke der Zuhörerschaft auf sich zu ziehen. Bereits im Jahr 2000 lieferten sich Lil Kim und Foxy Brown einen musikalischen Schlagabtausch, der schon damals weite Wellen schlug. Lady Leshurr machte dabei jedoch deutlich, dass sie nichts davon halte, die Aufmerksamkeit anderer weiblicher Künstler zu nutzen, um ihre eigene Reichweite zu vergrößern.

„Ich war noch nie der Typ, der eine andere Frau, die ihr Ding macht, runterzieht. Einfach wahllos. Das ist für mich einfach so widerlich. Es dreht mir den Magen um, wenn ich darüber nachdenke, denn manche Leute tun so etwas. Damals gab es kein Wort dafür, aber das Wort jetzt ist ‚Clout‘.“

Hört hier die komplette Podcastfolge:


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