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Interview

Mavi Phoenix: Ein Gespräch über Jungs, deren Spielzeuge und das Mannsein

Im Januar machte der österreichische Rapper und Sänger Mavi Phoenix auf seinem Instagram-Kanal klar, was sich mit den jüngsten Singles schon angedeutet hatte und sein privates Umfeld bereits wusste: „Ich bin ein Transmann.“ Sein neues Album gibt in fantastischen Popsongs tiefe Einblicke in diese aufwühlende Lebensphase. Ein Gespräch über Jungs, ihre Spielzeuge und das Mannsein.

Musikexpress: Dein Album hat stilistisch und textlich sehr krasse Ausschläge. „Strawberries“ ist ein sehr schöner, trauriger Lovesong, in dem du haderst, ob du Mann genug sein kannst für die Frau, die du liebst. „12 Inch“ oder „Choose Your Fighter“ wiederum sind gerappte Arschtritte, sehr explizit und breitkreuzig. Spiegelt das deinen momentanen Gefühlshaushalt wider?

Mavi Phoenix: Ja. So was wie „Choose Your Fighter“ hätte ich mich vorher wohl nicht getraut, weil ich es als unpassend empfunden hätte. Aber dieser Song ist wichtig für mich, weil da der Frust rausbricht, den ich mein Leben lang gespürt habe. In meinem Kopf habe ich mich immer schon als Mann gefühlt. Keine Ahnung, wie ich das besser beschreiben soll und ob es ein explizit männliches Gehirn gibt, aber es kam mir so vor, als hätte ich eins. Das durfte ich nur nie zeigen. Es tat unheimlich gut, das jetzt mit aller Power mal rauszulassen. Ich weiß natürlich auch, dass viele Sachen am Mannsein gar nicht so geil sind und dieses „Ich will zeigen, dass ich der Stärkste bin“ toxisch werden kann – aber hier musste es mal sein.

Ich fand es sehr gut, dass du in deinem Instagram-Post noch mal die Basics erklärt hast, wie die Situation ist und auch wie man dich anspricht. Ich habe vor Jahren mal Laura Jane Grace interviewt, die vorher Tom Gabel und Sänger von Against Me! war. Ich war bei dieser Begegnung total unsicher und verwirrt, weil ich mir genau diese Dinge nicht klargemacht und sie zudem vorher in einem Mann-Bier-Pogo-Kontext erlebt hatte. Dein Post hat sehr geholfen, dass mir das heute nicht passiert. War das deine Intention? Den Leuten entgegenzukommen, damit nicht jeder aufs Neue fragen muss? Und erlebst du es, dass sich dir Menschen jetzt unsicher nähern?



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