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Pop x Politik

Max Prosa über Politik, Pop und Zeitgeist: „Songs bieten Räume für zeitlose Wahrheiten“

Am 24. September 2017 wurde ein neuer Bundestag gewählt. Kurz vorher wollten wir wissen: Wie viel sagt die Musik über das Land aus, in dem sie entsteht? Wie politisch ist deutscher Pop zwei Jahre nach „wir schaffen das“? In einer Zeit, die geprägt ist von einer Rückkehr in nationalstaatliches Denken, von Europakrise, islamistischem Terror, Klimawandel und zunehmender gesellschaftlicher Spaltung.

Also haben wir Fragebögen an 150 deutsche Künstler und Künstlerinnen verschickt. 29 Antworten kamen zurück, eine davon von Max Prosa.

ME: Verstehst Du Dich als Künstler als politisch? Schreibst Du politische Songs?

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Max Prosa: Ich schreibe Songs über Dinge, die mich beschäftigen, das ist je nach Lebensphase und Zeitgeist manchmal politisch, dann aber eher philosophisch, nie tagespolitisch. Für mich bieten Songs Räume für zeitlose Wahrheiten, nicht für Dinge die kommen und gehen wie aktuelle Bundeskanzler oder andere öffentliche Debatten.

Warum schreibst Du politische Songs oder warum verzichtest Du darauf?

Politische Songs haben eine größere Hemmschwelle, denn sie sprechen immer für mehrere Leute, der Sänger kann sich nicht hinter sich selbst zurückziehen. Das ist eine große Verantwortung und ein großes Risiko damit abgelehnt zu werden, aber eben auch eine große Herausforderung.

Können politische Inhalte in Songs tatsächlich etwas beeinflussen? Welche Wirkung können sie haben?

Diese Lieder wirken im großen Ganzen, ermutigen, bestätigen Leute die auf einem Weg sind bei vielen kleinen Schritten. Ich glaube aber, das ist auf lange Sicht der einzige Weg überhaupt etwas zu verändern. Alle Tagespolitik verändert die Welt nicht so sehr wie der sich stetig wandelnde Geist in den Köpfen der Menschen. Und da wirken Songs genauso mit wie alles andere.

Fühlst Du Dich durch die politischen Entwicklungen der letzten Zeit (Flüchtlingsentwicklung, erstarkender Nationalismus, Autokraten in politischen Führungen, Klimawandel usw.) herausgefordert, künstlerisch und/oder als Person, die im Licht der Öffentlichkeit steht, politisch zu äußern?

Wenn ich da sitze und die Nachrichten lese, dann denke ich selten, dass ich einen Song dagegen oder dafür schreiben muss. Aber manche der Geschichten der Flüchtlinge oder Situationen die entstehen könnten, spüre ich abends im Bett beim Einschlafen nachhallen. Sie lassen mich zum Stift greifen für ein Gedicht oder auch ein Lied.

Status: Es ist kompliziert – der deutsche Pop und sein Verhältnis zu Politik und Gesellschaft

Eine ausführliche Analyse darüber, wie es um den deutschen Pop und sein Verhältnis zu Politik und Gesellschaft steht findet Ihr im Essay von Torsten Groß im Musikexpress 10/2017, der am 14. September erschienen ist.

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