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Nach Kritik in sozialen Medien: Winston Marshall nimmt sich Auszeit von Mumford & Sons

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Nachdem die Kritik in den vergangenen Tagen immer lauter geworden ist, meldete sich Winston Marshall, der Banjospieler der britischen Folk-Rock-Band Mumford & Sons zu Wort, um zu verkünden, dass er sich eine „Auszeit“ von der Gruppe nehmen wird. Zuvor hatte er einen Tweet abgesetzt, in dem er den rechtsgerichteten Schriftsteller Andy Ngo lobte.

In dem inzwischen gelöschten Tweet, der am Wochenende gepostet wurde, gratulierte Marshall Ngo zur Veröffentlichung seines jüngsten Buches „Unmasked“, das sich mit „Antifas radikalem Plan zur Zerstörung der Demokratie“ beschäftigt. „Endlich hatte ich die Zeit, Ihr wichtiges Buch zu lesen. Sie sind ein mutiger Mann“, schrieb Marshall.

Gitarrist kündigt Auszeit an

In einem Statement, das er am Dienstagabend auf seinem Twitter-Account veröffentlichte, entschuldigte sich Marshall für den Tweet und kündigte an, dass er sich von der Band beurlauben lassen werde, um seinen „blinden Flecken zu untersuchen“. „In den letzten Tagen habe ich den Schmerz, der durch das Buch, das ich unterstützt habe, verursacht wurde, besser verstanden. Ich habe nicht nur eine Menge Leute beleidigt, die ich nicht kenne, sondern auch diejenigen, die mir am nächsten stehen, einschließlich meiner Bandkollegen, und das tut mir wirklich leid“, schrieb Marshall. „Als Ergebnis meiner Handlungen nehme ich mir eine Auszeit von der Band, um meine blinden Flecken zu untersuchen. Für den Moment solltet ihr wissen, dass ich mir bewusst bin, dass meine Befürwortungen als Zustimmung zu hasserfülltem, spalterischem Verhalten angesehen werden könnten. Ich entschuldige mich dafür, da dies überhaupt nicht meine Absicht war.“

Die verbliebenen Band-Mitglieder äußerten sich bisher nicht zum vorzeitigen Rücktritt ihres Banjo-Spielers.

Ngo ist ein konservativer Journalist, der durch das Filmen linker Proteste in Portland bekannt wurde. Er ist vor allem für seine Verbindungen zu den neofaschistischen weißen nationalistischen Gruppen „Proud Boys“ und „Patriot Prayer“ berüchtigt geworden.

Erste Vorfälle ereigneten sich bereits 2018

Der Vorfall mit Ngo ist nicht das erste Mal, dass Marshall und Mumford & Sons wegen der Zusammenarbeit mit berüchtigten rechten Persönlichkeiten in die Kritik geraten sind. Bereits 2018 lud die Band den kanadischen Akademiker Jordan Peterson, dem Transphobie, Frauenfeindlichkeit und Islamophobie vorgeworfen wird, zu einem Besuch in ihre Londoner Studios ein.

Nachdem Bilder von Peterson und Mitgliedern der Band in den sozialen Medien auftauchten, sagte Marshall einem kanadischen Radiosender: „Ich glaube nicht, dass ein Foto mit jemandem zu haben bedeutet, dass man mit allem einverstanden ist, was er sagt.“ Er fügte hinzu: „In erster Linie interessiere ich mich für sein psychologisches Zeug, das ich sehr interessant finde.“


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