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Nick Cave empfiehlt, Morrisseys politische Ansichten von seinem „musikalischen Erbe“ zu trennen

Morrisseys Unterstützung für die rechtspopulistische „For Britain“-Partei spaltet seit Monaten die Musikwelt. Der Musiker wurde unter anderem dafür kritisiert, bei öffentlichen Auftritten einen „For Britain“-Anstecker getragen zu haben. Bereits kurz nach einem dieser kontroversen Auftritte bei Late-Night-Host Jimmy Fallon waren Werbeplakate für Morrisseys neues Album CALIFORNIA SON von S-Bahn-Stationen entfernt und sämtliche Alben des Ex-The-Smiths-Sängers aus dem Sortiment des ältesten Plattenladens der Welt „Spillers Records“ in Cardiff entfernt worden.

Nachdem Singer/Songwriter Billy Bragg vergangene Woche verkündet hatte, Morrissey habe mit seinen politischen Ansichten weltweit Herzen gebrochen und The-Smiths-Fans „betrogen“, äußerte sich auch Nick Cave zu der Kontroverse.

In einem Fanbrief darauf angesprochen, inwiefern sich der Künstler von der Kunst trennen lässt und was er speziell von Morrisseys zunehmend „hässlichen Persona“ hält, erklärte Cave, Kunst solle nicht mit untrennbar mit der Person des Künstlers verwoben werden.

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„Persönlich gesprochen: Wenn ich einen Song schreibe und ihn veröffentliche, fühlt es sich für mich an, als höre er auf mein Song zu sein“, antwortete Nick Cave und führte weiter aus: „Er wurde meinem Publikum angeboten und, wenn sie mögen, nehmen sie ihn in Beschlag und werden sein Verwalter. Die Integrität des Songs liegt nun nicht mehr beim Künstler, sondern bei den Hörern.“

Zu Morrissey im Speziellen schrieb Cave:

„Morrisseys politische Meinung wird irrelevant. Welche Dummheiten auch immer er postulieren mag, wir können nicht über den Fakt hinwegsehen, dass er einen enormen und überwältigenden Katalog erschaffen hat, der das Leben vieler Fans verbessert hat. Das ist keine Kleinigkeit. Er hat eigenständige und unverwechselbare Arbeiten von unvergleichbarer Schönheit geschaffen, die lange seine empörenden politischen Bündnisse überstrahlen werden.“

Cave schloß seine Ausführungen mit der Empfehlung, Morrissey seine Ansichten haben zu lassen, sie jedoch jederzeit und überall in Frage zu stellen, und seine Musik dennoch weiterleben zu lassen.

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