Highlight: 30 Jahre The Cures „DISINTEGRATION“: The Dark Side Of The Mood

Morrissey entschuldigt sich bei Robert Smith

Morrissey hat in einem Interview, das von seinem Neffen Sam Etsy Rayner geführt und auf Morrisseys eigener Website veröffentlicht wurde, ausführlich Stellung zu jenen Anschuldigungen genommen, die ihm im Laufe der vergangenen Monate immer wieder entgegengebracht wurden.

So war der Musiker zuletzt unter anderem dafür kritisiert worden, bei öffentlichen Auftritten einen Anstecker der rechtspopulistischen Partei „For Britain“ getragen zu haben. Bereits kurz nach einem dieser kontroversen Auftritte bei Late-Night-Host Jimmy Fallon waren Werbeplakate für Morrisseys neues Album CALIFORNIA SON von S-Bahn-Stationen entfernt und sämtliche Alben des Ex-The-Smiths-Sängers aus dem Sortiment des ältesten Plattenladens der Welt „Spillers Records“ in Cardiff entfernt worden.

Auf die Frage Rayners, warum der Musiker „The Guardian“ für dessen kritischen Aussagen nicht verklagt habe, antwortete Morrissey: „Als sogenannter Entertainer habe ich keinerlei Menschenrechte… anscheinend… weil ich mich eigenständig in die Öffentlichkeit begebe. Wenn ich ein Postbote wäre, hätte ich bei einer Belästigungsklage Recht bekommen und 10 Millionen Pfund Schadensersatz mit nach Hause nehmen können“.

Demnach hätte „The Guardian“ andere Musiker dazu gedrängt, nicht mehr mit ihm zusammenzuarbeiten und mit seiner Berichterstattung in Kauf genommen, dass der Sänger tätlich angegriffen werde. „In Tagen, in denen man immer wieder von wahllosen Messerangriffen und Säure-Attacken hört, sollte man meinen, der Guardian sei sich seiner moralischen Verantwortung bewusst. Wenn ich durch die Tyrannei des Guardians körperlich zu Schaden gekommen wäre, hätten seine Mitarbeiter bestimmt Champagnerflaschen geköpft und miteinander angestoßen“, so Morrissey.

Bezüglich seiner politischen Gesinnung erklärte der Musiker wiederum, er sei weder jemals ein Anhänger der rechtspopulistischen Partei UKIP noch des Anführers der Brexit-Bewegung Nigel Farage gewesen. Dennoch sei er der Meinung, dass Farage „offensichtlich einen guten Premierminister abgeben“ würde.

„For Britain“ hingegen habe seine vollste Unterstützung. So sei Großbritannien derzeit ein „gefährlich hasserfüllter Ort“, weswegen es notwendig sei, dass jemand dem Wahnsinn ein Ende bereite und „für alle“ spreche. Dieser „Jemand“ sei seiner Meinung nach Anne Marie Waters, Anführerin der „For Britain“-Partei. „Sie ist extrem intelligent, ihrem Land treu ergeben, charismatisch und außerdem manchmal ganz schön lustig“, so Morrissey.

Wenn ihn heutzutage jemand einen Rassisten nenne, beweise dies dem Sänger nur, dass seinen Kritikern die Worte ausgegangen seien: „Dieses Wort bedeutet heute gar nichts mehr. Wenn es darauf ankommt, bevorzugt jeder seine eigene Rasse. Macht das jeden zu einem Rassisten?”

Für The Cures Robert Smith hatte Morrissey dann aber doch noch friedlichere Worte übrig: „Ich habe vor 35 Jahren furchtbare Dinge über ihn gesagt, die ich aber nie wirklich gemeint habe. Ich war einfach total ,Grange Hill‘ (britische Serie über eine Gruppe von Sekundarschülern, Anm.). Es ist toll, wenn man alles aufs Tourette-Syndrom schieben kann.“ In der Vergangenheit hatte Morrissey Smith unter anderem als einen „Jammerlappen“ und The Cure als „die Definition von Scheiße“ bezeichnet.

Bereits seit Jahren katapultiert sich Morrissey mit seinem provokanten Aussagen immer wieder ins gesellschaftliche Abseits. So machte er 2018 Schlagzeilen, als er behauptete, Halal-Fleisch könne nur von Vertretern der Terrororganisation ISIS in Auftrag gegeben werden.

Des Weiteren bezeichnete der Musiker das chinesische Volk als eine „Subspezies“, Hitler als einen Vertreter des Linken Flügels, und machte sich über Londons Bürgermeister Sadiq Khans Akzent lustig.

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