Angélique Kidio – Fifa

FIFA hast nichts mit Fußball zu tun und noch viel weniger mit Ethnoklängen für selbstverliebte Betroffenheitsapostel mit politisch korrektem Bewußtsein. Stattdessen bietet das neue Album von Angelique Kidio einen aufregenden Crossover aus westlichen Harmonien und afrikanischen Rhythmen. Digitale Klänge aus den Soundlabors von Paris, Los Angeles und Berlin treffen auf Stammes-Chants und Trommel-Riten des schwarzen Kontinents. Funk, Soul, Gospel, Samba, hinreißende Balladen und diverse Spielarten afrikanischer Musik: Berührungsängste kennt die Dame mit der kehligen Stimme nicht. Beim rasanten ‚Shango‘ zuckt selbst der Computer im Dancefloor-Groove, das ihrer Tochter gewidmete Schlaflied ‚Naime‘ wird von Carlos Santanas Gitarrenspiel veredelt. ‚Sound Of The Drums‘ und die Singel-Auskopplung ‚Wombo‘ verbreiten ansteckendes Funk-Feeling. ‚Bitchifi‘ wiegt sich im träge-lasziven Reggae-Beat, ‚Goddess Of The Sea‘ und ‚Koro Koro‘ sind Voodoo-Gottheiten gewidmet und klingen auch so. ‚Welcome‘ ist ein herzergreifendes Lied über afrikanische Gastfreundschaft, das, wie viele andere Stücke, in Angelique Kidjos westafrikanischem Heimatland Benin entstanden ist. „Erlaubst du uns, dein Herz zu berühren“, fragten die einheimischen Frauen dort ihren Gast, bevor sie ihre Gesänge anstimmten. Keine Frage: Angelique Kidjo berührt die Herzen ihres Publikums mit einer Musik voller Würde, Lebensfreude und Menschlichkeit und hat mit FIFA nebenbei eine perfekte Sommerplatte gezaubert.