Barbara Morgenstern Unschuld und Verwüstung


Staatsakt/Caroline (VÖ: 19.10.2018)

 Welcome back, Michael Stipe! Der R.E.M-Sänger taucht gleich im Titel des ersten Songs auf dem neuen Barbara-Morgenstern-Album auf, und Barbara Morgenstern singt in Erinnerung an R.E.M.s „It’s The End Of The World As We Know It“: „Ist die Welt nun, wie sie war, vorbei? Michael Stipe sang das bereits vor ewiger Zeit. And I do not feel fine“. In diesem Moment zieht ihre Stimme voller Wehmut an einer Keyboardwand entlang, oder ist es vielleicht ein Harmonium aus dem Nachlass von Nico?

Am Ende des Tracks scheint diese von monströsen Feedbackspuren verstärkte Wand das bisschen Melodie, das einmal war, zu erdrücken, der Gesang, längst erloschen. Das Michael-Stipe-Stück ist die beste denkbare Eröffnung für diese Songsammlung, die Morgenstern mit dem Berliner Saxophonisten Christian Biegai aufgenommen hat, der Track formuliert nämlich die Frage nach individuellen Glücksversprechen unter den größeren, wenn man so will politisch-gesellschaftlichen Veränderungen.

Barbara Morgenstern beantwortet diese nur indirekt und auf ihre eigene Art – mit einem Satz von mächtig mäandernden Traumsequenzen, in denen sie auch sich und ihre Kunst hinterfragt: Was ist mit Liebe, Rock’n’Roll und dem himmlischen Ton inmitten dieses Wusts von irdischen Verwüstungen?

Dabei bleibt die Stimme der Künstlerin im Kreise von Keyboards und Holzblasinstrumenten immer ein wenig fehl am Platz, das Immer-Weiter-So stolpert über Breakbeats, oder läuft den Keyboards weg. Noch so ein „Evergreen“: „Live fast, die young?“ wird hier zur nächsten Frage und die Sängerin gibt – ganz ohne Wehmut – eine realistische Einschätzung preis: „Dafür ist es zu spät“. 

Hier kann man „Unschuld und Verwüstung“ von Barbara Morgenstern bestellen.

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