Spezial-Abo

Colin Steele Quartet Joni


Marina/Indigo (VÖ: 18.9.)

von

Interpretieren Jazz-Musiker Popstücke, stehen sie vor dem Lead-Vocals-Dilemma. Was tun – die markante Gesangslinie ignorieren, oder sie einfach nachspielen? Beides nicht sehr befriedigend. Der schottische Jazz-Trompeter und Bandleader Colin Steele hatte die gute Idee, sich für sein neues Quartett-Projekt (mit seinem Quintett spielt er eine Art Celtic-Jazz) Lieder von Joni Mitchell vorzunehmen.

„JONI“ bei Amazon.de kaufen

Der Vorteil: Diese Kompositionen haben Jazz in ihrer DNA, Mitchell singt sie frei – und Steele und seine Musiker nutzen diese Bewegungsfreiheit. „Both Sides Now“ erhält einen improvisierten Mittelteil, „Hejira“, Titelstück von Joni Mitchells 1976er-Großwerk, beginnt lässig und entspannt, steigert im Lauf der fünfeinhalb Minuten permanent die Intensität.

Auch bei den anderen Stücken verfolgt das Quartett den Ansatz, nach freien Flächen zu suchen und diese auszufüllen. Das gelingt dem Colin Steele Quartet mit JONI so gut wie auf dem Album davor, das aus Interpretationen von Indie-Popsongs der schottischen Pearlfishers bestand.

JONI im Stream hören:


ÄHNLICHE ARTIKEL

James Blake färbt sich die Haare blond für Frank-Ocean-Cover

Im Januar teilte James Blake bereits eine intime Klavierversion von Frank Oceans Song „Godspeed“ – nun hat er eine offizielle Studioversion herausgebracht.

Themeninterview: Haim über das Wiederaufstehen

Im Interview haben uns die drei Kalifornierinnen unter anderem von ihren Depressionen erzählt, aber auch von den Momenten, in denen Männer Scheißfragen stellen. Wie kommt man da bloß wieder raus? Haim verraten es uns.

Musikalische Weiterbildung: Diese aktuellen Bücher solltet Ihr gelesen haben

Von Madonna über Joni Mitchell bis hin zu Joy Division: Diese Werke lohnen einen genaueren Blick. Schaut Euch hier unsere momentanen Lese-Empfehlungen an.


Themeninterview: Haim über das Wiederaufstehen
Weiterlesen