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Dirty Projectors Lamp Lit Prose


Domino/GoodToGo  

von

Eigentlich ist nach dem Opener schon alles klar. Das hier ist das Heilungsalbum, das auf ein Trennungsalbum folgen muss, „das Yin zum Yang“, wie es in der Ankündigung hieß: David Long­streth singt ruhig zur klimpernden Akustikgitarre, über die erst allmählich ein paar der metallischen Beats und Bläser-Samples hereinbrechen, die man vom Vorgänger DIRTY PROJECTORS kennt. Am Ende des Songs umreißt er folgendes Szenario: „There was silence in my heart, but now I’m striking up the band. They lit the bonfire and now we can light the lamp.“

Die Platte löst dieses Versprechen ein: LAMP LIT PROSE ist eine Rückkehr zum Bandkonzept. Dazu hat sich Longstreth diesmal auch mehr Gäste geladen als üblich: Syd von The Internet, die Haim-Schwestern, Soul-Newcomer Amber Mark, Rostam Batmanglij und Robin Pecknold von den Fleet Foxes. Sie alle kommen als Freunde am Lagerfeuer seines Lebens zusammen. Passend dazu sind die Songs voller Hoffnung, Licht und neuer Ideen. Sie heißen „Right Now“, „I Feel Energy“ oder „Break-Thru“. Und sie alle sind musikalisch in gewisser Weise eine Heimkehr zum alten Avant-Indie-Folk der Band. Wir hören wieder mehr helle, klare Gitarren-Licks und warme Gesangsharmonien wie damals auf BITTE ORCA. Dazu aber auch wieder jene schräg arrangierten Einwürfe, an Bon Iver erinnernde Mutationen, Synthie-Spiralen und Hand-Claps, die am Vorgänger so faszinierten. Das ist nicht mehr der einsame, saucoole Glitch-Vibe der letzten Platte. Sondern eine zufriedene, sonnendurch­flutete Verrücktheit. Steht Long­streth gut, diese neue Weirdness.


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