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Eminem Revival

Aftermath/Shady/Interscope (15.12.)

von

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht, der Logik halber, beim ersten Track: „Walk on Water“ besteht aus ein paar Pianoakkorden, die ein Grundschüler hätte einspielen können, keinem richtigen Beat und einer teuer eingekauften Beyoncé, die alle paar Minuten den weiblichen Eminem-Standard-Refrain einläutet. Es herrscht von Anfang an Geschmacklosigkeit nach dem Baukausten-Prinzip. Eminem hat sich im Laufe seiner Karriere in verschiedenen Stilen ausgetobt, die sich alle hier in ihrer einfallslosesten und faulsten Inkarnation wiederfinden. Das geht so weit, dass er „I Love Rock’n’Roll“ und „Zombie“ sampelt, um sich daraus ein Rap-Rock-Frankenstein-Monster zu kleistern.

Ob Eminems Darbietung nun „technisch gut“ ist, wie viele Silben er diesmal pro Sekunde ausspuckt, wie relevant die politische Komponente des Albums sein mag: Es ist völlig egal. Wer nach einer zwei Jahrzehnte währenden Rapkarriere sein Gespür vollends verloren hat, einen guten Beat von einem schlechten zu unterscheiden, ist für dieses Genre nicht mehr wichtig. Wir dürfen nicht vergessen: Mit „4:44“ stammt eines der schönsten und gelungensten HipHop-Alben des Jahres von Jay Z, einem Mann der ebenfalls niemandem mehr etwas beweisen muss und seine beste Zeit in der gleichen längst vergangenen Ära hatte wie Eminem. Trotzdem hat der eine einen Nerv getroffen und der andere versagt. Im Übrigen ist „4:44“ nicht einmal halb so lang wie „Revival“ und kommt ohne Ed Sheeran aus. Quantität gewinnt im Rap fast nie.

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