Gisbert zu Knyphausen Das Licht dieser Welt


PIAS/Rough Trade (VÖ: 27.10.)

Sieben sehr,  sehr lange Jahre sind verstrichen seit HURRA! HURRA! SO NICHT,  dem letzten Album, das Gisbert zu Knyphausen unter eigenem Namen veröffentlicht hat. Viel ist passiert in dieser Zeit, die den Wahlberliner vom Pop-Himmel in ein tiefes dunkles Loch fallen ließ. Es war ja alles angerichtet für den großen Erfolg, nachdem sich Gisbert mit Nils Koppruch zusammengetan hatte, um als Kid Kopphausen in großen Hallen zu spielen, die gerade Nils solo oder mit seiner Band Fink meist verwehrt geblieben waren. Am 10. Oktober 2012 starb Koppruch, und Knyphausen stand erst einmal vor dem Nichts.

Nun hat er sein drittes und bislang reifstes Werk, DAS LICHT DER WELT, fertiggestellt. Davor lagen Reisen nach Russland, Albanien, Frankreich und, auf Einladung des Goethe-Instituts, nach Teheran, wo mit der iranischen Band Pallett das Lied „Teheran Smiles“ entstand. So singt Knyphausen hier erstmals in englischer Sprache, was gewöhnungsbedürftig ist, aber erstaunlich gut funktioniert. Neben einem an Erik Satie erinnernden Instrumental („Carla ­Bruno“) gibt es noch mehr Neuerungen: Der Singer/Songwriter erzählt seine Geschichten seltener aus der Ich-Position heraus, schlüpft lieber in die Rolle des Beobachters.

Fröhlicher geht es deshalb trotzdem nicht zu, der 38-Jährige begibt sich weiter auf Sinnsuche, singt in poetischen Zeilen von verlorenen Leben, Einsamkeit, Kindstod, Demenz, Sterbehilfe, Sehnsüchten oder dem ganzen Irrsinn dieser Welt. Auch musikalisch stellt sich der Hesse neu auf, die Gitarre gibt ihre Dominanz ab, Keyboards und Bläser tauchen auf. Im Opener „Niemand“ donnern die Drums wie bei Phil Collins’ „In The Air Tonight“, und „Cigarettes & Citylights“ zeigt den Liedermacher von einer lässigen und jazzigen Seite.

Kooperation

Kein Song des Albums fällt durch, aber einer auf: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“. Man ahnt schon beim von den Bremer Stadtmusikanten entlehnten Titel, um wen es hier geht. Tatsächlich schlüpft Gisbert zu Knyphausen in die Rolle von Nils Koppruch, der dieses Lied zu Lebzeiten begonnen hatte. Ganz am Ende taucht der Tote dann aus dem Off auf und singt aus der Entfernung ein paar Zeilen … 

 


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Gemächlich trabende Duo-Single-Produktion.


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