Hayiti

Follow mich nicht

Hayiti Records (24. März 2017)

Zwischen Knarre und Banknutten: Die Hamburgerin trägt den Trap in den deutschen HipHop-Mainstream.

Verstörung und Atmosphäre treten bei vielen Produktionen des sogenannten Traps an die Stelle, die sonst im Rap-Game das exzessiv mackermäßige Ausstellen von technischen Skills einnimmt. Die neuen Stars dürfen daher auch seltsame Milchbubis wie LGoony oder Hustensaft Jüngling oder komplett schwul wie die Kunstfigur Juicy Gay sein – selbst Frauen sind nicht mehr Aliens auf der Bühne, was die Hamburgerin Haiyti eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Trap und Cloud-Rap stellen letztlich eine HipHop-Revolution dar, die en passent die freudlose Stahlschwanzhegemonie des Genres bricht. Aber nicht falsch verstehen, dieses Album ist nicht die hippere Version von Sokees Sozialkunde-Rap. FOLLOW MICH NICHT ist viel eher große Pop-Kunst, es geht um Bilderstürme, Wahn- und Schwachsinn – jenen aber präsentiert in einer anbetungswürdig abgehangenen Coolness.

Die Themen handeln von irgendwas mit Knarre, Banknutten oder erzählen ihren kiffenden Hörern Storys vom Schwarz und Lila tragenden Gothic Girl mit spitzen Zähnen. Whatever. Dieses enorm pointierte, düstere Album könnte den Job übernehmen, jene neue Herangehensweise an Rap endlich bis in den Mainstream zu tragen. Diese Prosa ist reich und die Zeit reif.

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