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Joan As Police Woman Cover Two


Sweet Police/PIAS/Rough Trade (VÖ: 1.5.)

von

Gut zehn Jahre nach COVER, einem künstlerisch wie kommerziell erfolgreichen Album nachgespielter Songs, wagt sich Joan Wasser nun an COVER TWO. Damals, 2009, stand ihre Solokarriere noch am Anfang, die COVER-Sammlung funktionierte wie ein Analyse-Tool ihrer Kunst: „Hört, wer mich alles beeinflusst hat!“ Sie spielte Songs von Jimi Hendrix und David Bowie, Public Enemy und Britney Spears, Nina Simone und Sonic Youth.

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2020 hat sie auf dem Weg etwas an Dynamik verloren. Den Ansatz, die Idee von Pop möglichst offenzuhalten, haben andere Künstlerinnen mit mehr Begeisterung erledigt. Joan As Police Woman sich hat dagegen eine eigene Komfortzone erbaut. Da will sie jetzt wieder herauskommen. COVER TWO soll dabei helfen. Und die Platte beginnt ambitioniert: „Kiss“ wird nun wirklich nicht zu selten gespielt, für Joan Wasser ist Prince das große Vorbild in Sachen Eigenständigkeit, entsprechend viel Mühe hat sie sich gegeben. Und es funktioniert: mehr als fünf Minuten lang entwickelt sich ihr „Kiss“ zur intensiven Neo-Blues-Ballade – eine Art Prince-Noir.

Joan As Police Woman – Kiss auf YouTube ansehen

Über eine geheimnisvoll-pulsierende Version von Outkasts „Spread“ (mit Meshell Ndege­ocello, die für den Sprechgesang zuständig ist) landet sie bei den Strokes: Aus dem Gitarrenslacker-Stück „Under Control“ von ROOM ON FIRE macht Joan Wasser eine R’n’B-Pianoballade, wie sie Feist nicht besser spielen könnte. Indie-Kenner freuen sich über „Not The Way“ von Cass McCombs, die Interpretin zieht das Stück tiefer in den verwunschenen Wald.

Bei ein paar Stücken wirken die neu zugefügten Elemente störend, „Life’s What You Make It“ von Talk Talk zum Beispiel gewinnt wenig, wirkt durch den Zusatzsänger Justin Hicks überdreht. Genial hingegen ist die Version von Blurs „Out Of Time“: Seit jeher denkt man sich, dass dieses Stück ein Klassiker ist, Joan Wasser führt ihn in ihrer reduzierten Version endgültig in die Hall Of Fame.


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