Forever Neverland 


Chess Club/RCA/Sony (VÖ: 19.10.) 

Es ist ziemlich typisch für die Wahrnehmung von Frauen im Musikgeschäft, dass viele Pophörer Karen Marie Ørsted vor allem als Stimme von Major Lazors Überhit „Lean On“ kennen dürften.

Dabei hat die Dänin den Song nicht nur gesungen, sondern auch mitgeschrieben – und außerdem vor nunmehr vier Jahren mit NO MYTHOLOGIES TO FOLLOW ein Elektro-Pop-Debüt veröffentlicht, das ihr Vergleiche mit Grimes und Projekte mit Branchengrößen wie Iggy Azalea einbrachte. Man könnte sagen: Eine spannendere Anwärterin auf den Superstar-Thron als hat Europa gerade nicht.

Und genau das ist das Schwierige an ihrer zweiten Platte FOREVER NEVERLAND – denn da wird Anlauf zur Welteroberung genommen. Der dezent glitchige Sound des Debüts, dem man bei aller Eurodance-Freudigkeit eine gewisse Affinität zum Postpunk anhörte, ist einem mächtigeren, EDM-orientierten Klang gewichen.

Ein Ausreißer ist „Way Down“, ein düsterer Banger mit tribalistischem Geflöte; in okayen, sommerbrisigen Popsongs wie „Sun In Our Eyes“, an dem Diplo mitwirkte, kommt MØ ihr größtes Kapital zugute: ihre kratzige, leicht belegt klingende Stimme, die sich nach dreckigen Fingernägeln und schief geschnittenem Pony anhört. Und die glättet zum Glück kein Produzent dieser Welt. 

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