Nina Persson Animal Heart


Lojinx Records/Alive (VÖ: 14.02.)

von

Nina Persson haftet immer etwas leicht Entrücktes an. In Konzertsituationen mögen die unzähligen, von überbordender Teilsensibilität in die Unsensibilität getriebenen „Nina, I want to marry you“-Plärrer ihren Teil dazu beigetragen haben, dass aus der schüchternen Schwedin keine Rampensau geworden ist. Doch auch Perssons Gesangsstil warf meist die Frage auf, ob sie eigentlich gerade bei der Sache ist.

Solange ihr ungreifbarer Vortrag mit den konkreten Popsongs ihrer Cardigans, wie „Rise And Shine“, „Lovefool“ und „My Favourite Game“, Gegenstücke fand, ergab das aber eine reizvolle Spannung. Leider ist das erste Solo-Album der mittlerweile 39-Jährigen alles andere als spannend. In dünne Melodien legt Nina Persson ihre etwas unbeteiligte Stimme und erzeugt so eine zähflüssige Platte. Das erstaunt, da sie ANIMAL HEART mit ihrem Ehemann und Vater ihres Kindes, Nathan Larson, geschrieben und aufgenommen, und so sicherlich ihre ganze Aufmerksamkeit gewidmet hat.

Doch die Ideen fehlen. Da können die Synthiespuren noch so luftig produziert, die Gitarren noch so loungig eingespielt sein, ohne zündende Einfälle wirken die zwölf Stücke schnell schwerfällig und schleppen sich lustlos ihrem Ende entgegen. „This Is Heavy Metal“ heißt der letzte Song. Ja, wenn er es nur wäre. So muss man unmittelbar nach Verklingen des Albums Slayer oder ein ähnliches Kaliber auflegen, um diese Fadheit zu überwinden.


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