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Os Barbapapas DooWooDooWoo


Fun In The Church/Bertus (VÖ: 30.4.)

von

Die wie das Album onomatopoetisch betitelte Vorabsingle „DooWooDooWoo“, sage und schreibe zwei Minuten und fünf Sekunden lang, der Bandname bunten, unförmigen Zeichentrickfiguren entlehnt: Os Barbapapas stellen so ziemlich das Gegenteil kryptisch-konzeptioneller Flickschusterei dar.

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Auf gut 25 Minuten sagt das brasilianische Quartett, das in der Metropole São Paulo beheimatet ist, dennoch mehr als so manche*r Conceptronica-Künstler*in im siebten Anlauf. Könnte natürlich auch daran liegen, dass sperrige Electronica keineswegs zur Kernkompetenz von Os Barbapapas zählt. Das Experiment liegt hier nicht im Detail, sondern konstituiert die Musik selbst: 13 knappe Stücke, allesamt ohne Lyrics, improvisieren die vier auf ihren unorthodoxen Instrumenten zusammen.

Mal gibt die Topfgitarre den Ton an, mal dominiert die Glasharfe den Mix, fast immer fusioniert das Album, das beim Berliner Kleinstlabel Fun In The Church erschienen ist, Unbeschwertheit und ein kleines Stück Melancholie gleichermaßen. Damit sorgen Os Barbapapas nicht nur für extreme Kurzweil, sondern nehmen Frühling und Sommer, die ob der Pandemie wohl erneut im Zeitraffer vorbeirauschen werden, mit einem klugen musikalischen Kommentar vorweg.


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