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Peter Doherty & The Puta Madres Peter Doherty & The Puta Madres


Strap Originals/Cargo (VÖ: 26.4.) 

von

Dass wahre Schönheit aus Schmerz und Verzweiflung geboren wird, ist eine rhetorische Plattkachel, mit der man Peter Doherty in seinem frühen (und späteren) öffentlichen Leben (das von seiner Arbeit nicht zu trennen, sondern sozusagen deren Inhalt und Ergebnis ist) so oft beworfen hat, dass er eine Großmarkthalle damit bedachdecken könnte.

Dürfte man sich inzwischen sparen, ist aber hiermit erneut gesagt, fürs nachgewachsene Pop-Publikum, das „damals“ (ca. The Libertines/Babyshambles) im Kindergarten anderen Interessen nachging als Heroin, Crack und der Glorie englischer Rebel-Song-Poesie, deren Hauptvertreter Doherty von 2001 bis 2008 war. Und zwar so sehr, dass mancher hoffte, er werde aus seinen triumphal-bröseligen Bandprojekten irgendwann als legitimer Erbe Joe Strummers und Morrisseys hervorgehen.

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Stattdessen: haute Doherty jeweils noch ein absahn-orientiertes drittes Album hinterher, und seine Soloversuche blieben im Ansatz stecken. Ohne eine einigermaßen frische Band, die ihn trägt und inspiriert, kann er offenbar kreativ nicht so richtig fliegen. Nun hat er eine neue, mal in etwas anderer Besetzung mit Geige und Keyboard, ungewohnt, aber erfrischend. Singen kann er nach wie vor auf gewohnt charmante Weise kaum bis nicht, seine Gitarre stimmen auch nur bedingt, aber die lockere, ländlich-vagabundisch entspannte Stimmung ist sehr angenehm zu hören und die Single „Who’s Been Having You Over“ ein richtig guter Song, der an „Delivery“ herankommt.

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Leider lässt sich Doherty danach mal wieder fallen und treiben, und der neuen Band fehlt es an Substanz, um mehr zu tun, als ihn mitzuschleppen. Es folgen viele ganz okaye bis hübsche Lieder, die man irgendwie schon mal gehört hat, weil Doherty sie immer mal wieder schreibt oder zu schreiben versucht, aber nicht recht fertigkriegt. Dazu die gewohnten Zitate – u. a. Iggy Pop und gleich zweimal Oasis –, deren Witz diesmal nicht recht zündet, weil vielleicht zu erwartbar, und einige (unfreiwillige?) Selbstzitate.

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Macht insgesamt ein Album, mit dem man einen gemütlichen, wehmütig angesäuselten Nachmittag verbringen kann, das aber Menschen, die mit Doherty keine nostalgisch-romantischen Erinnerungen verbinden, kaum mehr ansprechen wird als das Zwitschern einer Amsel im späten Frühling.


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Ein Partyhengst schreibt.


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