Sloppy Jane Madison


Saddest Factory/Cargo ()VÖ: 5.11.

von

Damals in Los Angeles, Ende der Nuller- und Anfang der 10er-Jahre, waren Phoebe Bridgers und Haley Dahl beste Freundinnen. Die eine, Phoebe Bridgers, trug Kleider mit aufgedruckten Fahrrädern, die andere, Haley Dahl, bezeichnete sich als Goth-Girl und duschte nie. Beide fanden die jeweils andere verdammt cool und gründeten gemeinsam die Band Sloppy Jane.

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Einige Jahre später ist Bridgers gefeierte Singer/Songwriterin und Label-Betreiberin, und zögerte dann auch nicht, Dahl unter Vertrag zu nehmen, als diese ihr von ihrer Vision eines Soloprojekts erzählte. Dahl übernahm dafür den alten Namen Sloppy Jane und konzipierte eine Suite von Art-Pop-Songs zwischen orchestraler Opulenz, freakfolkiger Simplizität und mystischen Lyrics.

Dieses Auf und Ab ist zwar mitunter anstrengend, aber immer brillant

Mit einem solchen Ansatz steht Sloppy Jane heute nicht allein da: Acts wie Spellling oder Lingua Ignota haben zuletzt ähnlich konstruierte Platten veröffentlicht, voller ausufernder Songs zwischen religiöser Symbolik, individueller Ermächtigung und offensichtlichem Goth-Pomp. Sloppy Jane orientiert sich bei vielen der Stücke an Art-Pop-Großmeisterinnen wie Kate Bush oder Jane Siberry: Piano, Streicher, Harfen, Chöre – ein Ensemble der Schwermut, mit dessen Hilfe Sloppy Jane mit „Party Anthem“ ein „Lasst-mich-alle-in-Ruhe“-Lied gelingt, das es mit Aldous Hardings misanthropischen Meisterwerk „Party“ aufnehmen kann.

Ihr Song über „Judy’s Bedroom“ konterkariert diesen instrumentalen Aufwand, kommt als simpler Freak-Folk-Song im Adam-Green Stil daher und erzählt dabei die Geschichte eines Mädchens zwischen Wahnsinn und Jesus-Verehrung. Das Titelstück entwickelt Dahl von einem Showtune in Richtung Dark Ambient, „The Constable“ läuft bald zehn Minuten, pendelt zwischen Todesballade, feierlichem Walzer und Indie-Pop-Hymne. Dieses Auf und Ab ist zwar mitunter anstrengend, aber immer brillant.


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