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Tame Impala The Slow Rush


Modular/Caroline/Universal (VÖ: 14.2.)

von

Das Album-Cover, erneut gestaltet im Gedächtnis-Look der Gratisposter der „Provinzial“-Versicherungen aus den 80er-Jahren, zeigt schon an: Kevin Parker hat seine Koordinaten im Vergleich zum vorherigen Album CURRENTS nicht bahnbrechend verändert. Nach den ersten beiden noch sehr psychedelischen Platten fand er Gefallen daran, Neo-R’n’B und Jazz-Pop im Stil von Steely Dan in seine Musik aufzunehmen. Gerne supernerdig darf das klingen, aber immer mit genügend Pop-Appeal.

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Dieser Ansatz nimmt auch dem vierten Album von Tame Impala die Wucht des Frühwerks, dafür kann man sich diese Musik zu tausendundeiner Gelegenheit anhören: Frühstücken zu THE SLOW RUSH ist genauso möglich, wie eine Teezeremonie abzuhalten, man kann zu dieser Musik lesen und tindern, sich in den sozialen Netzwerken für das Gute in der Welt einsetzen oder joggen. Wenn die Sonne dann untergeht, ist diese Musik ein prima Begleiter, um sich auf die Nacht vorzubereiten, eine bessere Cocktail-Musik ist kaum vorstellbar.

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Gut, die harte Partyzeit findet ohne Tame Impala statt, aber bei fast allem, was darauf folgen kann, ist THE SLOW RUSH wieder am Start. Man kann diese Multifunktionalität als Beliebigkeit kritisieren, andererseits ist es weiterhin eine große Freude, Kevin Parker dabei zuzuhören, wie er seine Musik mit großer Kennerschaft und Akribie so konstruiert, dass sie fließt und fließt, ohne erkennbare Höhepunkte, ohne Flachstellen, beinahe so elegant wie einige der besten Soulplatten aus den 70ern, als nicht mehr die Hitsingles im Vordergrund standen, sondern der endlose Flow der Musik.

THE SLOW RUSH im Stream hören:

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