Unloved Heartbreak 


Heavenly/[PIAS] Coop/ Rough Trade (1.2.) 

Ich schwöre! Ich Britpop-Buff hatte keine Ahnung, wer Unloved sind, als aufgrund der Stärke ihrer Single „Crash Boom Bang“ – alles andere als ein Roxette-Cover (wobei: „alles“ andere … eine Spiegeleiqualle etwa hat noch weitaus weniger mit dem Mitt-90er-Output des verdienten schwedischen Poprock-Duos zu tun) – der dringende Wunsch in mir entstand, deren zweites Album zu besprechen.

Eine paradoxe Nummer, paranoid wie verführerisch, weit hallender Orchester- wie pointierter Synthiepop zugleich. Wie der Soundtrack zu einem gelungenen Hitchcock-Remake, was ein weiteres Paradoxon darstellt. Passt also perfekt, dass das Trio den Score zur beliebten BBC-Agentenserie „Killing Eve“ beisteuert.

Doch wer ist denn nun dieses Trio? Jade Vincent gibt die Sängerin mit der klassisch-rauchigen Stimme, daneben steht ihr Lebensgefährte, Soundtrack-Komponist Keefus Ciancia und hinter den beiden … federführend: David Holmes. Der Primal-Scream-, Manics– und Saint-Etienne-Remixer, der Noel Gallaghers aktuelles Studioalbum produziert hat.

Ja, gibt es denn kein Entkommen aus der ewig lodernden Britpop-Hölle? Tatsächlich wirken die grobkörnigen Videos von Unloved wie aus einer Reihe mit Gallaghers aktuellen Begleitfilmchen: warm, vor allem, fast fiebrig. Die thematischen Schwerpunkte eines Albums namens HEARTBREAK von einer Band namens Unloved lassen sich schnell erahnen.

Kooperation

Doch das Leid wird hier nicht geteilt, Gefühlsansteckung findet nicht statt. Dafür ist das Herz viel zu abgelenkt von der cinemaskopischen Produktion, zu vergnügt vom psychedelischen Flirren, das man sich als Holmes’ genetischen Fingerabdruck merken sollte. 

 Unloved neues Album „Hartbreak“ hier im Stream hören:


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