Test: Apple HomePod und Google Home Max im Vergleich

Die nächste Generation von smarten Lautsprechern für den Heimgebrauch will mehr liefern als nur lauten und guten Sound. Via Sprachbefehl sollen sie das Wohnzimmer oder welchen Raum auch immer zur cleveren Schaltzentrale machen. Der Fernseher soll durch den Speaker bei entsprechender Verknüpfung ebenso bedient werden können wie der Musik-Streamingdienst. Wetter, Nachrichten und sonstige Infos können ebenfalls abgefragt werden.

Sowohl Apple als auch Google zielen derzeit auf den größer werdenden Vernetzungswunsch, der Apple HomePod klingt auf dem Papier ähnlich sinnvoll wie der Google Home Max und solange großartig, bis – aus welchen Gründen auch immer – plötzlich das WLAN im Haus ausfällt.

In den vergangenen Wochen konnten wir beide Geräte ausführlich testen. Nicht in den Redaktionsräumen selbst übrigens, weil sich weder HomePod noch Google Max in das Firmen-WLAN mit verschärften Sicherheitsrichtlinien einwählen konnten, was zur Aktivierung allerdings zwingend erforderlich ist. Mit einem gewöhnlichen Netzwerk sind beide Geräte aber schnell eingerichtet, hier die jeweiligen Erfahrungsberichte:

Apple HomePod: Guter Zuhörer

Die HomePod-Speaker gibt es in zwei Farben.

Wer bereits Kunde von Apple Music ist und dort monatlich seine 10 Euro lässt, wird viel Spaß mit dem HomePod haben. Lieder werden auf Kommando abgespielt, Künstler und Genres per Sprachbefehl ausgewählt. Kunden von Spotify beispielsweise dürfen sich zwar am unfassbar schicken Design des HomePod sowie dem sauberen Klang und heftigen Bässen erfreuen, werden sich aber bald genervt eine weniger „intelligente“, aber einfacher zu bedienende Box wünschen.

Denn auf den Spotify-Account möchte der HomePod nicht zugreifen, via Smartphone-App muss der Pod erst als externer Lautsprecher angekoppelt werden, mit wenigen Sekunden Verzögerung werden dann die Songs jeweils übertragen. Ähnlich verzögert ist die Wiedergabe, wenn man Sounds vom Computer über das Gerät abspielen will: In den Einstellungen muss der HomePpod ausgewählt werden, erst dann klappt es mit der Beschallung.

Die Lösung für solche Komplikationen heißt Bluetooth, aber Apple möchte offensichtlich nicht, dass man sich schnell und unkompliziert mit dem Gerät verbinden kann und verzichtet auf die Funktion, durch die jeder im Raum in Windeseile mal schnell ein paar Songs auflegen könnte.

Wenn die Musik aber erst einmal läuft, dann spielt der Apple HomePod seine Stärken aus. Der Zylinder-Speaker ist in mehrere Sektionen unterteilt und hört sich quasi permanent selbst zu. Dadurch erkennt das Gerät zum Beispiel, wenn es nah an einer Wand steht und schaltet die in diese gerichtete Sektion ab, damit der Sound nicht matschig klingt. Das ist tatsächlich ziemlich smart und sorgt für schönen raumfüllenden Klang.

Ebenfalls ein großer Vorteil: Man muss das Gerät nicht anbrüllen, um ein Kommando zu geben. Auch bei lauter Musik kann man aus einigen Metern entfernen ein „Hey, Siri“ hauchen, das Gerät erkennt dies und wartet auf den nächsten Befehl. Dazu ist der Preis mit 349 Euro ziemlich okay.

  • Macht besonders viel Spaß: Nachrichten via Sprachbefehl verschicken und anhören
  • Nervt besonders: Fängt Staub ohne Ende

Google Home Max: Kompetenter Klotz

Das Zimmer muss man erst einmal haben, in dem der Home Max nicht wie ein raumfüllender Klotz aussieht. Das Gerät kündigt quasi schon optisch an, dass es sich hervorragend zum Terrorisieren der gesamten Nachbarschaft eignet. Freundlich ist es hingegen zum Nutzer: Spotify lässt sich via App verknüpfen und die Bluetooth-Funktion erspart das Leid, das der HomePod von Apple mit sich bringt. Der HomePod lässt sich fairerweise dafür etwas leichter einrichten (einfach ein iPhone an das Gerät halten), hat bei der Erstanwendung weniger Schritte, denen man folgen muss. Für beide Geräte benötigt man aber für die Ersteinrichtung WLAN.

Der Google Home Max.

Der Google Home Max verteilt seinen Sound nicht gleichmäßig im ganzen Raum, der Speaker ist nur in eine Richtung ausgerichtet. Bei entsprechender Lautstärke ist das aber auch fast egal, im Zweifelsfall klingt das Gerät aber weniger sauber als der HomePod. Den Sprachbefehl „Okay Google“ muss man gefühlt deutlicher klarer und lauter aussprechen als beim Apple-Äquivalent.

Nachfrage nach Wetter und Nachrichten und Sportergebnissen klappt hervorragend, für 399 Euro ist das aber auch zu erwarten. Die größten Vorteile im Vergleich zum Apple-Produkt bleiben die einfachere Spotify-Anbindung und die Steuerung via Bluetooth.

  • Macht besonders Spaß: Die Lautsprecherleiste oberhalb des Home Pad bedienen, die klingt nämlich wie eine Kröte
  • Nervt besonders: „Okay Google“ sagt sich einfach nicht schön

Fazit

Der Apple HomePod klingt besser und macht sich schlichtweg hübscher in jeder Wohnung. Dafür kann man das Gerät zum Abspielen von Musik nur sinnvoll nutzen, wenn man auch Kunde von Apple Music ist. Wer Spotify hat oder ohne Zeitverzögerung Sound vom Smartphone oder Computer auf Lautstärke bringen möchte, sollte zum Google Home Max greifen, auch wenn der etwas mehr kostet. Nervig bei beiden Geräten: Die Abhängigkeit vom permanenten WLAN. Also besser nicht im Rausch nach der Anschaffung eines Smart Speakers die gute alte Bluetooth-Box verschenken.

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