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Kritik

„Upload“ (Staffel 1) auf Amazon Prime: Nihilistisch-kaputte Comedy aus dem Jenseits

Was von der neuen Serie von Greg Daniels („The Office“, „Parks and Recreation“, „Die Simpsons“) zu halten ist, erfahrt Ihr hier. Wir haben die wichtigsten fünf Punkte für Euch zusammengetragen. „Upload“ ist ab dem 1. Mai 2020 auf Amazon Prime Video verfügbar.

1. Ist Unsterblichkeit etwas Erstrebenswertes?

Dass der App-Entwickler, Partylöwe und Hauptdarsteller Nathan Brown (Robbie Amell) an den Folgen eines Autounfalls stirbt, ist schon recht ungewöhnlich. Denn im Jahr 2033 sind die selbstfahrenden Autos quasi fehlerfrei und sein Crash mit einem parkenden LKW eigentlich technisch nicht möglich. Schwer verletzt wird er ins Krankenhaus gebracht und auf Drängen seiner wohlhabenden Freundin Ingrid (Allegra Edwards) in die schicke Jenseits-Residenz namens „Lakeview“ transferiert, wo er an einem idyllischen Waldsee in einem Holzfäller-Hotel den Rest seines digitalisierten Lebens fristen darf. Das behagt Brown nicht nur deshalb nicht, weil die Freundin all seine Ausgaben (exotische Kaffeesorten kosten extra, therapeutische Gespräche mit einem sprechenden Hund auch) kontrolliert, sondern auch, weil die digitale Welt mit zahlreichen Bugs und Ruckeleien daherkommt.

Explizit philosophisch wird das Thema „Leben nach dem Tod“ hier zwar nicht thematisiert, aber die Unterredungen zwischen Nathan und seinen Mitbewohner*innen zeigen deutlich, dass wir in 2020 längst wissen sollten, dass digital nicht immer besser ist. Ein konsumfixierter Knast, der den Toten und Nachkommen für jeden penetrant beworbenen In-App-Kauf Geld aus dem Kreuz leiern will, ist zum Beispiel so ein Horrorszenario. Da ist man geneigt, sich heimlich von der Brücke zu stürzen, weil Gott immer noch nicht existiert und das mit dem natürlichen Lebensende schon seine Richtigkeit hat.

2. War die Gegenwart unbefriedigend, oder ist die Unendlichkeit schlimmer?

Natürlich wäre es für Greg Daniels, den Autoren und Schöpfer der Serie, zu eindimensional, sich nur auf der Grundidee einer digitalen Unsterblichkeit auszuruhen. Weswegen auch recht schnell klar wird (Achtung: Spoiler!), dass Nathans Abschiebehaft auf den Servern einer Datenkrakenfirma „Horizen“ nicht durch schlechtes Karma gelenkt wird, dafür aber von kriminellen Machenschaften – und seine Freundin ist nicht ganz unbeteiligt. Brown hatte kurz vor seinem Ableben eine App entwickelt, mit der man die Kontrolle über sein eigenes „Afterlife“ wieder zurückerlangen könnte. Ein Investor war darauf genauso scharf wie die Konzerne, die mit der Unsterblichkeit der Dahingeschiedenen ihre Kohle verdienen. Deswegen musste Brown verschwinden.



„Upload“: Zweite Staffel der Amazon-Serie ist bestätigt und weitere könnten folgen
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