Ozzy Osbourne wusste angeblich beim letzten Konzert, dass er sterben würde
Sharon Osbourne enthüllt: Ärzt:innen warnten Ozzy zwei Wochen vor „Back to the Beginning“, er könnte die Show nicht überleben. Er bestand auf den Auftritt – und starb kurz danach.
Zwei Wochen vor seinem letzten Auftritt mit Black Sabbath wurde Ozzy Osbourne angeblich mitgeteilt, dass er die Show möglicherweise nicht überleben würde. Er trat trotzdem auf.
„Back to the Beginning“: Ein letzter Abend in Birmingham
Am 5. Juli 2025 verwandelte sich Birmingham in die Hauptstadt des Heavy Metal. Mit „Back to the Beginning“ feierten Black Sabbath und Ozzy Osbourne vor ihrer Heimatstadt ein letztes Mal gemeinsam – umgeben von einem Aufgebot an Rockgrößen, das seinesgleichen sucht: Metallica, Guns N’ Roses, Tool, Slayer, Aerosmith-Frontmann Steven Tyler und RATM-Gitarrist Tom Morello standen an diesem Abend auf der Bühne. Was das Publikum damals noch nicht wissen konnte: Es war der Abschied eines kranken Mannes, der sich seinen letzten Auftritt von niemandem nehmen lassen wollte. Weniger als drei Wochen nach dem Konzert starb Ozzy Osbourne.
Ärzt:innen warnten vor tödlichem Risiko – Ozzy bestand auf die Show
Sharon Osbourne, die ihren Mann über Jahrzehnte nicht nur als Ehefrau, sondern auch als Managerin begleitete, schilderte die Umstände in einem Auftritt beim „Dumb Blonde“-Podcast offen und ohne Beschönigung. „Zwei Wochen vor der Show sagten sie, er könnte wahrscheinlich sterben – und das tat er dann auch“, erklärte sie. Doch Ozzy habe auf den Gig bestanden: „Ob ich in zwei Wochen sterbe oder in sechs Monaten – ich sterbe so oder so. Und ich will es auf meine Art tun.“ Für Sharon Osbourne war das keine Überraschung, sondern eine bewusste Entscheidung ihres Mannes: „Er ist wie ein Rockstar gegangen.“
Vorausgegangen war eine monatelange gesundheitliche Talfahrt. Ozzy Osbourne hatte sich bereits im Jahr zuvor eine Sepsis zugezogen – eine lebensbedrohliche Blutvergiftung, die laut seiner Frau die Familie frühzeitig auf das Schlimmste vorbereitete. „Nur sehr wenige Menschen überleben eine Sepsis, ohne ein Gliedmaß oder ihr Leben zu verlieren. Als er die Sepsis bekam, wussten die Kinder und ich: Es ist Zeit.“ Kurz vor dem Birmingham-Konzert verbrachte Ozzy eine Woche im Krankenhaus. Nach der Entlassung sei die Botschaft der Ärzt:innen unmissverständlich gewesen – und dennoch habe er auf seinem Auftritt bestanden.
„Lasst ihn gehen“ – Sharon Osbournes letzte Momente mit Ozzy
Die Umstände seines Todes beschrieb Sharon Osbourne mit Gefasstheit. Als die Ärzte versuchten, ihn wiederzubeleben, habe sie innerlich gewusst, dass es vorbei war. „Ich dachte: Nicht. Macht es nicht. Lasst ihn.“ Ozzy sei bereit gewesen. Dass sein Tod so schnell kam, empfindet Sharon Osbourne rückblickend als Gnade: „Er ist gegangen, wie er es wollte. Es ging so schnell. Gott sei Dank.“
Die Familie trauert – und erinnert sich
Tochter Kelly Osbourne meldete sich kurz nach dem Tod ihres Vaters in den sozialen Medien zu Wort. Sie beschrieb Ozzy als den „stärksten und liebevollsten Menschen“, den sie je gekannt habe – jemanden, der trotz jahrzehntelanger gesundheitlicher Kämpfe niemals aufgehört habe, für seine Familie und seine Musik zu brennen. Sein Tod hinterlasse eine Leere, die sich mit Worten nicht füllen lasse, schrieb sie. Gleichzeitig zeigte sie sich dankbar dafür, dass ihr Vater noch einmal die Bühne erleben durfte, die sein Leben geprägt hatte.
Auch Jack Osbourne, der seinen Vater zuletzt intensiv durch dessen Kampf mit dem Parkinson-Syndrom begleitet hatte, äußerte sich online. In einem Interview erinnerte sich Ozzys Sohn an einen Mann, der sich trotz fortschreitender Krankheit nie habe unterkriegen lassen. „Er hat bis zum Ende gekämpft – nicht gegen den Tod, sondern für das Leben, das er liebte.“ Jack Osbourne betonte, wie wichtig es für seinen Vater gewesen sei, in Birmingham vor den Fans zu stehen: „Das war nicht nur ein Konzert. Das war sein Abschluss.“
Sharon Osbourne ergänzte in einem weiteren Statement, dass die Familie sich in ihrer Trauer bewusst auch an die Momente des Lebens klammere, nicht nur an den Verlust. „Ozzy hat mehr gelebt als die meisten Menschen sich vorstellen können. Er hat nicht überlebt – er hat gelebt.“ Die Familie plane, sein Vermächtnis aktiv zu bewahren und sicherzustellen, dass seine Musik und seine Geschichte weiterzählt werden.
Ein Vermächtnis aus fünf Jahrzehnten Heavy Metal
Ozzy Osbourne hinterlässt ein eindrucksvolles Vermächtnis. Als Sänger von Black Sabbath – gegründet 1968 in Birmingham – prägte er maßgeblich die Entstehung des Heavy Metal als eigenständiges Genre. Alben wie „Paranoid“ (1970) oder auch „Master of Reality“ (1971) gelten bis heute als Eckpfeiler der Rockmusik. Nach seinem Ausstieg bei Black Sabbath 1979 startete er eine ebenso erfolgreiche Solokarriere: Mit „Blizzard of Ozz“ (1980) und „Diary of a Madman“ (1981) etablierte er sich als eigenständige Künstlerpersönlichkeit. Songs wie „Crazy Train“, „Mr. Crowley“ und „Mama, I’m Coming Home“ sind aus dem Kanon des Rocks nicht wegzudenken.
Auch abseits der Musik war Ozzy Osbourne eine kulturelle Erscheinung. Die Reality-Serie „The Osbournes“, die Anfang der 2000er-Jahre auf MTV ausgestrahlt wurde, machte ihn und seine Familie weltbekannt und zeigte eine überraschend menschliche Seite des selbsternannten „Prince of Darkness“. Mit dem „Ozzfest“-Festival schuf er zudem eine Plattform für Generationen von Metal-Bands. Ozzy Osbourne wurde 76 Jahre alt.






