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Die Panflöte in Arcade Fires „Everything Now“ ist gar keine Panflöte

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Als Arcade Fire am 1. Juni 2017 mit ihrer ersten neuen Single „Everything Now“ daherkamen, durfte man nicht nur wegen ihres Schlager- und Abba-Appeals verwundert sein. Ein zentrales Element des Songs war auch, mutmaßlich, eine Panflöte und damit ein Instrument, das in der Popmusik trotz oder wegen Michael Hirte, Céline Dion und André Rieu weitgehend in Vergessenheit geriet. Nun, da Win Butler in Interviews darauf angesprochen wurde, wir dessen Bruder Will neulich ebenfalls danach fragten, man im Video ab Minute 4:07 auch mal genauer hätten hingucken können und weil das Internet eh immer auf der Stelle alles besser weiß, wissen auch wir: Von wegen, das ist gar keine Panflöte!

„Es ist eine so genannte Pygmy-Flöte!“, erklärt uns Arcade Fires Multiinstrumentalist Will Butler am Telefon. „Das ist eine zentralafrikanische Flöte mit nur einer Note. Wir hörten sie live beim französisch-kamerunischen Musiker Patrick Bebey, er spielt sie für uns. Die anderen Noten, die höheren und tieferen, sind seine Stimme (imitiert es). Der mittlere Ton nur ist die Flöte.“

Das Internet weiß aber auch, dass selbst Francis Bebey, Vater von Patrick Bebey und dessen Quelle, sich für diese Töne woanders bedient hat. Die musikgeschichtliche Entstehung von Arcade Fires neuem Feature dürfte demnach grob wie folgt vonstatten gegangen sein:

1. Der Flöten-Gesangs-Stil „Hindewhu“ der zentralafrikanischen Ba-Benzélé-Pygmäen wird 1965 von Simha Arom und Geneviève Taurelle aufgenommen und ein Jahr später veröffentlicht:

2. Francis Bebey, geboren in Kamerun, bedient sich für seinen „The Coffee Cola Song“ 1982 am Flöten-Gesangs-Solo der Ba-Benzélé-Pygmäen:

3. Herbie Hancock und Percussionist Bill Summers nehmen den Sound 1973 für „Watermelon Man“ neu auf:

4. Michael Harriton liefert 1999 mit einer Adaption in „Congo Melody“ den Soundtrack für das Videospiel „Civilization: Call To Power“:

5. Arcade Fire entdecken Francis Bebeys „The Coffee Cola Song“ über dessen Sohn für sich…

6. …wollten eigentlich nur einen Remix daraus machen…

7. … und featuren ihn schließlich, 2017 und mit Patrick Bebey, in ihrem neuem Song „Everything Now“:

Danke, Internet. Danke, Arcade Fire. Wieder was gelernt.

Alle Details zu Arcade Fires neuem Album „EVERYTHING NOW“

Bringen am 28. Juli ihr neues Album EVERYTHING NOW heraus: Arcade Fire

Ihr fünftes Album EVERYTHING NOW erscheint am 28. Juli 2017. Neben „Everything Now“ veröffentlichten Arcade Fire bereits Videos zu „Creature Comfort“ und „Signs Of Life“, den Song „Chemistry“ stellten sie live vor.

Der Nachfolger von REFLEKTOR aus dem Jahr 2013 wurde von Arcade Fire selbst zusammen mit Thomas Bangalter (Daft Punk) und Steve Mackey (Pulp) produziert, Co-Produzent war Markus Dravs (Kings Of Leon, Coldplay, Florence + the Machine, Mumford & Sons). Die Aufnahmen fanden in den Boombox Studios in New Orleans, Sonovox Studios in Montreal und im Gang Recording Studio in Paris statt.

Die Tracklist von „EVERYTHING NOW“ liest sich wie folgt:

01 Everything_Now (continued)
02 Everything Now
03 Signs of Life
04 Creature Comfort
05 Peter Pan
06 Chemistry
07 Infinite Content
08 Infinite_Content
09 Electric Blue
10 Good God Damn
11 Put Your Money on Me
12 We Don’t Deserve Love
13 Everything Now (continued)

Für die weiteren Details zum neuen Album von Arcade Fire zitieren wir aus der Pressemitteilung:

  • „Das neue Album ist die erste Veröffentlichung der Band im Rahmen einer neuen Partnerschaft mit der globalen Medien- und E-Commerce-Plattform Everything Now.“
  • „Alle Vorbesteller erhalten den Song als Sofort-Download, auch bei allen Streaming-Diensten ist “Everything Now” ab sofort verfügbar. Das Album erscheint als CD, Kassette und (schwarzem) Vinyl – in zwanzig verschiedenen Artwork-Varianten mit dem Albumtitel in zwanzig verschiedenen Sprachen. Darüber hinaus ist eine limitierte exklusive “Night”-Verpackungsvariante der CD und der (farbigen) Vinyl-Ausgabe erhältlich.“

Ihre ebenfalls angekündigte „Infinite Content“-Tour führt Arcade Fire im Herbst quer durch Nordamerika, unter anderem werden Wolf Parade, Broken Social Scene, Angel Olsen, Phantogram, Preservation Hall Jazz Band und Grandmaster Flash im Vorprogramm auftreten.

Sony / PR
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