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Ehrenmitglied der Beastie Boys und HipHop-Fotograf: Ricky Powell ist tot

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Ricky Powell, legendärer HipHop-Fotograf und Ehrenmitglied der Beastie Boys, ist in der Nacht vom ersten auf den zweiten Februar im Alter von 59 Jahren verstorben. Das bestätigte sein Manager und Business-Partner Tono Radvany dem Complex-Magazin. Eine genaue Todesursache ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Powell war vor allem in den 80er- und 90er-Jahren eine beliebte Persönlichkeit in der HipHop-Welt: In den vergangenen Jahrzehnten fotografierte das New-Yorker Urgestein immer wieder die größten Gesichter der Branche – darunter Größen wie Run-D.M.C., LL Cool J, Rakim und Public Enemy. Zudem schrieb er mehrere Bücher, die sich mit Themen rund um Rap befassen und unter Liebhabern auch heute als Must-read gelten.

Ricky Powell: Eine große Karriere

Bereits 1985 trat der damals 24-Jährige erstmals in Erscheinung, als er Persönlichkeiten wie Jean-Michel Basquiat und Andy Warhol für Shootings vor die Linse holen konnte. Powell selbst behauptete einmal, dass er zu diesem Zeitpunkt damit begann, die Fotografie ernster zu nehmen. Kurze Zeit später sollte es sich dann auszahlen, dass er seinen Job als Eisverkäufer schmiss, um sich voll auf seine Karriere konzentrieren zu können.

Im Jahr 1986 begleitete der noch unerfahrene Fotograf erstmals die Beastie Boys auf der legendären Run-DMC-Tour „Raising Hell“. Ein riesiger Meilenstein in seiner jungen Karriere. Denn die Beziehung zu den Beastie Boys wurde daraufhin so eng, dass sie ihn kurzerhand zum vierten Mitglied der Band ernannten – wenn auch nur als Ehrenmitglied.

Mit dem Erfolg und Erfahrungen der vergangenen Tour im Gepäck wurde er später auch offiziell als Hausfotograf vom Musiklabel Def Jam Records eingestellt und fotografierte in den Folgejahren immer wieder die größten Rapper der Golden Era. Jedoch war Powell auch außerhalb vom HipHop eine gefragte Persönlichkeit. So wurden seine Fotos unter anderem in Kunstgalerien ausgestellt und neben Fotobüchern auch in weltbekannten Zeitschriften wie der „New York Times“ und „Rolling Stone“ abgebildet.

1990 weitete er sein Arbeitsfeld sogar noch weiter aus und wurde Host in seiner eigenen TV-Show „Rappin‘ with the Rickster“. Über einen Zeitraum von sechs Jahren interviewte er Persönlichkeiten wie Russel Simmons, Kool Keith, Lawrence Fishburne und Cypres Hill, was ihn innerhalb der Szene zu noch mehr Bekanntheit verhalf.

Doch auch im Anschluss wurde es nicht ruhig um den „Rickster“. Bis zuletzt schrieb er an Büchern und fotografierte Veranstaltungen auf aller Welt. 2020 wurde er zum Mittelpunkt der Dokumentation „Ricky Powell: The Individualist“. Hier wurden der Werdegang und wichtige Momente seiner Karriere noch einmal genauer porträtiert.

Fans und Freunde trauern 

Die Fans reagierten sichtlich geschockt auf die unerwartete Nachricht. Neben ihnen nahmen nun auch einige Rapper und alte Weggefährten Abschied von der Foto-Legende.

Der Rapper und A Tribe Called Quest Mitglied teilte auf Twitter ein paar alte Bilder, die Ricky gemacht hat:

RIP an meinen Mann Ricky Powell. So NYC .. Die Parties auf denen er wie wild tanzte… Die Witze und am wichtigsten, wie er das Leben eingefangen hat.

Public Enemy Rapper teilte ein Bild von sich und Ricky:

„Der Rickster aka RICKY Powell natürlich rechts von Clyde Frazier war die Quintessenz des New Yorkers, der ikonische B-Boy und derjenige, der große NYC-Momente und Figuren als Fotograf einfangen konnte. Er schoss mit authentischer Leichtigkeit und NYC-Swag, bevor es populär wurde.“

Rapper LL Cool J postete ein Bild mit Ricky auf seinem Instagram-Profil:

 

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Auch Run-DMC Mitglied Run Rev verabschiedete sich:

„RIP Ricky Powell: (Er) Hat einige der großartigsten Fotos von Run DMC gemacht und war ein guter Kerl. – Foto aufgenommen auf der Elizabeth Street vor dem Def Jam 1987“

 

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Der Produzent The Alchemist hat viele schöne Erinnerungen an Powell:


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