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Elton John zornig: „Die katholische Kirche ist heuchlerisch!“

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„Wie kann der Vatikan sich weigern, homosexuelle Ehen zu segnen, weil sie ‚Sünde‘ sind, und dennoch fröhlich Profit daraus schlagen, Millionen in ‚Rocketman‘ zu investieren – einen Film, der mein Glück aus meiner Ehe mit David feiert? #hypocrisy“, wetterte Elton John kürzlich auf Twitter.

Sünde kriegt keinen Segen

Die Kirche verkündete kürzlich wieder ihre seit langem vertretene Haltung gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Sie nannte diese eine „Wahl“, die „sexuelle Aktivität außerhalb der Ehe“ beinhaltet. Der Vatikan sähe homosexuelle Vereinigungen als sündig an und fügte hinzu, dass Gott Sünde nicht segnen könne.

Ebendiese Aussage hat den Zorn von John, einem sehr aktiven Mitglied der LGBTQI-Gemeinschaft, auf sich gezogen.

Sir Elton zeigte in seinem Tweet auch einen Screenshot zu einem Bericht von „Daily Beast“ aus dem Jahr 2019, der einige der finanziellen Investitionen des Vatikans darstellt. Darunter finden sich 4,5 Millionen Dollar für die Produktion von zwei Filmen: „Men in Black: International“ und „Rocketman“.

Papst Franziskus aus dem Zusammenhang gerissen?

Der Film erhielt die Altersfreigabe „R“. Das bedeutet, dass der Inhalt lediglich von Zuschauer*innen konsumiert werden darf, die 17 Jahre oder älter sind. Ist das nicht der Fall, muss ein Erwachsener anwesend sein – insbesondere bei einer Kinovorstellung. Weil „Rocketman“ Szenen zeigte, in denen sexuelle Aktivitäten von Homosexuellen vorkommen. Und dies scheint im Widerspruch zu den konservativen Ansichten der Kirche zu stehen.

„Während die Investition in Mainstream-Unterhaltung kaum sündhaft ist, besteht der große Widerspruch darin, dass die katholische Kirche den Frommen predigt, dass Homosexualität eine Sünde ist“, steht es im „Daily Beast“-Bericht über die rätselhaften Finanzen des Vatikans.

Ebenso für Ärger sorgt die Tatsache, dass der Vatikan davor in der Haltung zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen langsam voranzukommen schien. Vergangenen Oktober unterstützte Papst Franziskus die zivilen Lebensgemeinschaften und sagte: „Homosexuelle Menschen haben ein Recht darauf, in einer Familie zu leben. Sie sind Kinder Gottes und haben ein Recht auf eine Familie. Niemand sollte deswegen ausgegrenzt oder unglücklich gemacht werden.“

Kirchenvertreter kritisierten den Papst dafür jedoch scharf und erklärten später, er sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Während die jüngste Stellungnahme zu diesem Thema nicht von Papst Franziskus selbst stammt, hat der Pontifex die Botschaft bestätigt.

Das John-Biopic spielte fast 200 Millionen Dollar an den Kinokassen ein und wurde mit Golden Globes und einem Academy Award ausgezeichnet.


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