Google ehrt Avicii mit eigenem „Doodle“ und macht auf Suizidprävention aufmerksam


2018 nahm sich Avicii im Alter von 28 Jahren das Leben. Anlässlich seines 32. Geburtstags ehrte Google den Musiker nun mit einer persönlich gestalteten Animation.

Der schwedische Elektro-Künstler Avicii, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling – wäre heute 32 Jahre alt geworden. Mit Hits wie „Wake Me Up“, „Levels“ und „Hey Brother“ begeisterte er im Laufe der 2010er-Jahre Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Doch auch gesundheitliche und psychische Leiden plagten den Musiker über lange Phasen seines Schaffens. 2018 nahm Avicii sich im Alter von 28 Jahren auf einer Auslandsreise das Leben. Sein unerwarteter Tod hinterließ neben trauernden Angehörigen auch eine zutiefst geschockte Musikindustrie.

„Wir halfen, wo wir konnten“: Aviciis Vater erinnert an seinen verstorbenen Sohn

Nun, anlässlich seines 32. Geburtstags, wurde im Zuge der jährlich stattfindenden „National Suicide Prevention Week“ an den Musiker erinnert. In Form eines „Google Doodle“, einer individuell gestalteten Animation, ehrten mehrere Künstler*innen das Vermächtnis des Schweden. Ziel der Aktion war es zudem, Aufmerksamkeit für die Themen psychisches Leiden und Suizid zu schaffen.

Künstlerische Verarbeitung von Berglings Leben und Leiden

Die Animation, so berichtete Alyssa Winans in einem Google-Q&A, eine der beteiligten Künstler*innen, solle Berglings Leidenserfahrungen auf künstlerische Weise mit den schönen Momenten in seinem Leben verbinden. „Die Wahrheit ist, dass Tim während seiner Zeit als Erwachsener auf Tournee viel zu kämpfen hatte, und ich wollte einen Weg finden, die Realität dieser Erfahrung zu thematisieren und gleichzeitig sein Leben auf eine Art und Weise zu feiern und zu ehren, die zu den Texten und dem Ton des Songs passt“, so Winans. Unterlegt ist die eineinhalb-minütige Animation mit Berglings wohl erfolgreichstem Song „Wake Me Up“.

Winans berichtet weiter: „Letztendlich habe ich mich entschieden, den Großteil des Videos mit den Aspekten seines Lebens zu verbringen, die er geliebt hat, mit ein paar symbolischen Momenten, die auf einige der emotional schwierigeren Erfahrungen anspielen.“

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„Tim wäre sehr stolz gewesen und hätte es geliebt“

Aviciis Vater Klas Berlin dankte den Macher*innen des Clips für das kreative Porträt. „Das Doodle ist fantastisch, meine Familie und ich fühlen uns geehrt, und Tim wäre sehr stolz gewesen und hätte es geliebt“, ließ er auf der Doodle-Website verkünden.

Inspiriert durch die Animation teilte er außerdem eine Erinnerung an seinen Sohn: „Ich werde nie vergessen, wie Tim in den frühen Tagen seiner Karriere in einem Park namens Strömparterren in Stockholm gespielt hat“, erinnerte er sich. „Er hatte mir ausdrücklich gesagt, ich solle nicht mitkommen – vielleicht, weil es in dem Alter nicht sehr cool war, seinen Vater dabei zu haben – aber ich ging trotzdem hin und versteckte mich hinter einem Baum. Es war ein toller Abend, und ich erinnere mich, dass ich überrascht, erstaunt und sehr stolz war. Als ich ihn danach hinter der Bühne fand, war er so froh, dass ich gekommen war.“

Die Mensch-Maschine: Was über Mental Health im Pop-Business gesagt werden muss

Berglings Familie gründete nach dem Tod ihres Sohnes eine Stiftung für psychische Gesundheit und Suizidprävention. Unter dem Namen „Tim Bergling Foundation“ wollen sie auf diese Weise Menschen unterstützen, die schwere Lebensphasen durchleben oder suizidale Gedanken hegen. Die Verkäufe des 2019 erschienenen, posthumen Avicii-Albums „TIM“ ist dabei eine der Hauptquellen des Projekt-Etats.

Wer Suizidgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen dabei, die Gedanken zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist oder sich um nahestehende Personen sorgt, kann sich – auch anonym – an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken unter der Nummer 0800/111 01 11.